Verquere Woche

Terminal A Flighafen Zaventem Brüssel

Eigentlich war die Woche schon eher ungewöhnlich geplant: Ich wollte bis Mittwoch in Hamburg sein, abends nach Berlin fahren und dann am Donnerstag von Berlin zu eine Meeting am Freitag in Brüssel fliegen. Ich kann es nämlich nicht, für einen Flug Hamburg-Brüssel-Berlin das Doppelte zu zahlen, was ein Flug HAM-BRU-HAM oder SXF-BRU-SXF kostet. Und es hatte den geplanten Nebeneffekt, in der Woche eine Nacht zuhause zu sein.

Dann kam die Ankündigung von Bahnstreiks und ich fuhr zur Sicherheit schon am Dienstag nach Berlin, denn stundenlang auf irgendwelche Züge zu warten, die dann auch noch überfüllt sind, darauf hatte ich keine Lust und die Ankündigungszeit von 12 Stunden ist nun wahrlich nicht sehr lang. Der Streik fand dann erst Donnerstagmorgen statt, ich hätte also gut in Hamburg bleiben können, aber sicher ist halt sicher.

Gestern also ab nach Schönefeld und mit Easyjet nach Brüssel. An Bord das übliche Billigfliegerpublikum, ein Gemisch aus Familien, Partygängern und Businessleuten. Quer über den Gang saß ein Businessmensch der sich eine Trinkschokolade kaufte zum Preis von 1,50 € und dafür eine Quittung verlangte. Vor ihm saß ein etwa 8-9 Jahre altes Mädchen aus einer Großfamilie mit quietschgelben Kopfhörern auf dem Kopf, das virtuos auf seinem iPod Touch herumfuhrwerkte und im Zweiminutentakt ein anderes Spiel aus der offensichtlich reichen Sammlung auswählte, bis es dann irgendwann keine Lust mehr hatte und zu den traditionellen Buntstiften griff. Was heißt traditionell, es hatte ein Malbuch, in dem jeweils 2 Seiten Fotos von Fotomodellen abgedruckt waren und dann Umrisse eben dieser Models folgten, dem ein modernes Mädchen dann die Klamotten anmalen kann. So konzentriert, wie das Mädchen war, so rückte es etwa alle 10 Sekunden die offensichtlich schlecht sitzenden Kopfhörer gerade. Das scheint mir übrigens momentan ein Trend zu sein: die Ohrstöpsel der MP3-Player werden mehr und mehr gegen besonders große Kopfhörer ausgetauscht, die dann in einem großen Kontrast stehen zu den immer kleiner werdenden Musikgeräten.

In Brüssel gab es dann die zwanzigminütige Wanderung zu Flughafenausgang, weil dort ein etwa 600m langes Terminal auf das Flugfeld gebaut ist, bei dem der Ausgang am einen Ende und der Ankunftsflugsteig für Easyjet am anderen Ende liegt (siehe Bild oben). Hat man die Halle durchquert, darf man noch unter dem Flugfeld zum alten Terminal wandern (siehe Bild unten). Was waren das noch Zeiten, als man ganz bequem mit Bussen von und zum Flieger transportiert wurde!

In Brüssel dann ins Hilton eingecheckt (über die letzten Jahre werden die Flüge für mich immer billiger und die Hotels immer luxuriöser). Für Brüsseler Verhältnisse ist das Hotel mit dem Tarif für Gäste der EU-Kommission gar nicht mal so teuer, dafür wird bei den Nebenpreisen zugeschlagen: 22 € für 24 Stunden Internet bzw. 30 € für das Frühstück, das muss man sich mal vorstellen.

Aus einer Gegenreaktion habe ich dann gestern Abend einen meiner zwei jährlichen Besuche bei einer großen Burgerkette gemacht.

Weg zwischen Terninals A und B, Zaventem, Brüssel

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