Eingesperrt

Motorrollereskorte

So teilweise skurril, wie die Woche begonnen hatte, endete sie auch. Morgens kurz nach acht Uhr machte ich einen kleinen Spaziergang, bevor ich das teure Frühstück vermeidend in einem kleinen Café ein Schokocroissant und einen doppelten Espresso zu mir nahm, also ein eher französisches Frühstück.

Auffällig war die große Polizeipräsenz. Etwa als ich dieses Foto aufnahm, bog hinter mir eine Kolonne von schwarzen Limousinen, gepanzert und mit Blaulicht auf die Place Rogier ein. Offensichtlich irgendwelche Teilnehmer am Ratstreffen, die besonders geschützt werden mussten. Die etwas witzig wirkende Motorrollereskorte auf dem Foto, die auf dem Platz bereit stand, folgte der Limousinenkolonne sofort. Das links zu sehende BMW-Motorrad der Militärpolizei Belgiens sah offensichtlich keinen Grund einzugreifen.

Weitere Stationen meines Aufenthaltes in Brüssel sind auch zu sehen. Das beige Gebäude rechts vom Kran ist das bereits erwähnte Hilton-Hotel und hinter dem Kran das etwas hellere, hinter den blauen Glasfassaden etwas mickrig aussehende Gebäude ist das Gebäude, das von verschieden, mit der Forschung befassten Abteilungen der Europäischen Kommission benutzte Gebäude.

Im Zusammenhang mit der Evaluierung von Anträgen habe ich das Gebäude mit dem eher nach Unterhaltung klingenden Namen „Covent Garden“ schon einmal erwähnt, mein Meeting am Freitag war allerdings bei der Research Executive Agency in diesem Gebäudekomplex. Dies Meeting hatte etwas internierungsmäßiges an sich. Der Raum war nur zu erreichen und (!) zu verlassen mit der Hilfe eines Mitarbeiters der Agentur, das heißt, wir alle, ca. 25 Forscher aus Europa, waren für den Tag im Bürokomplex gefangen.

Mein Nachbar, ein Repräsentant der Firma, die wir für dieses Projekt unterstützen, hatte über seinen Blackberry aber Zugang zu Informationen aus der Welt und versorgte mich mit Aktuellem zu Erdbeben in Japan und den Konsequenzen für die Atomindustrie.

Was aber uns alle, die an dem Treffen teil nahmen, am meisten störte, war die Tatsache, dass es den ganzen Tag keinen Kaffee gab. Ich habe das am Flughafen mit dem Genuss eines Leffe Bruin und später in Berlin mit zwei bairischen Bieren kompensiert.

Letztlich war die Ankunft zuhause einfach schön, auch wenn Hanna schon zu müde war, um meine Ankunft entsprechend zu würdigen.

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2 Kommentare zu Eingesperrt

  1. susanne sagt:

    ..aber die Katzen haben dich doch sicher gebührend empfangen, oder?
    miez-miez Susanne

  2. Axel sagt:

    Ich brauche nur ganz leise die Namen der Viererbande im Treppenhaus zu sagen und schon ist das Empfangskomitee hinter der Wohnungstür aufgereiht.

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