Drei und drei Leute

Mir sind die Wochenende mit Hanna so viel wert, dass ich mich doch ein wenig in unserer Routine gestört fühle, wenn wir Gäste bekommen. Nur damit Ihr mich nicht missversteht: ich liebe es, wenn wir Gäste haben. Dieses Wochenende kommt unsere gute Freundin Elisabeth für eine Nacht zu uns, und trotzdem denke ich dann, dass unsere Zweisamkeit um einen Tag kürzer ausfällt. Aber man kann dagegen ja etwas machen. Und so sitze ich zur Zeit im ICE nach Berlin, und das am Donnerstag, weil ich mich kurzfristig entschlossen habe, morgen im Homeoffice zu arbeiten.

Am Tisch, an dem ich sitze, ergibt sich ein Bild, das die typischen Fahrgäste der Züge nach Berlin gut beschreibt. Auf meiner Seite drei Männer (mich eingeschlossen) mit aufgeklappten Laptops, die entschlossen arbeiten oder wenigstens so tun als ob. Der eine, vielleicht Mitte Dreißig, ein etwas hektischer Typ, der auf seinem Sitz herumrutscht und neben dem Tippen verzweifelt versucht, zu telefonieren, was auf der Strecke von Hamburg nach Berlin wegen der vielen Funklöcher nicht unbedingt einfach ist. Sein hektisches Tastaturgeklapper höre ich trotz der Musik, die über Ohrhörer auf meinen Ohren liegt. Neben ihm ein etwa gleichaltriger Typ, der das genaue Gegenteil darstellt. Mit sparsamen Bewegungen und stoischem Gesichtsausdruck bearbeitet er sehr konzentriert die Tastatur, und diese Ruhe strahlt auch auf das Mobilfunknetz aus, denn als er einen Anruf bekommt, klappt die Verbindung und ein längeres Gespräch offensichtlich ohne Funklöcher.

Am Tisch gegenüber ergibt sich ein ganz anderes Bild. drei recht fröhliche junge Leute, ein Paar und ein männlicher Begleiter. Der Tisch ist freigeräumt, kein Computer ist zu sehen außer einem Mobiltelefon, aber das ist ja heute schon fast unvermeidlich. Der frei geräumte Tisch wird für einen zünftigen Skat genutzt, wobei das Ungewöhnliche daran ist, dass der Skat mit Schafskopfkarten gespielt wird.

Berufspendler, Geschäftsreisende, junge Touristen und älter Personen auf Enkelbesuch, das ist so die typische Mischung auf bundesdeutschen Fernzügen, vielleicht ja auch überall.

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