Regionalexpress

Die Eisenbahnen in Mecklenburg-Vorpommern sind nicht so richtig auf einem modernen Stand. Da fahren Intercitys auf eingleisigen Strecken und halten in Citys wie Bützow oder Ribnitz-Damgarten.

Ein schönes Beispiel ist auch die Fahrt mit dem Regionalexpress von Berlin nach Greifswald, bei der man nachhaltig vor Augen geführt bekommt, das das Wort „Express“ von der Bahn nur euphemistisch gemeint sein kann. Denn der Zug hält spätestens ab Eberswalde an jeder Milchkanne, wie man so schön sagt, mir sind jedenfalls keine Stationen aufgefallen, durch die er durchgefahren ist. Und eigentlich sollte ein Express schneller sein als ein „normaler“ Zug, aber ich befürchte, dass es normale Züge auf dieser Strecke gar nicht mehr gibt.

Heute morgen wurde noch eine Steigerung erzielt. Der RE hielt irgendwann auf freier Strecke und ich schaute aus dem Fenster, wo denn die Baustelle oder das Problem war. Und siehe da, der Zug stand vor einem kleinen, wahrscheinlich sehr selten genutzten Landweg, bei dem die Schranke offen war, ich nehme mal an aufgrund eines Defekts.

Und da stand dann der Zug und ich kann mir sehr plastisch vorstellen, wie der Zugführer erst ganz konzentriert nach rechts schaut, ob ein Trecker, ein Fahrrad oder gar ein Auto kommt, dann sich auf die gleiche Weise noch einmal die linke Seite vornimmt, bevor er, um ganz sicher zu gehen, noch einmal die Pfeife betätigt, um dann gaaanz, gaaanz vorsichtig den Bahnübergang zu überqueren.

Wahrscheinlich kann so etwas wirklich nur in Mecklenburg-Vorpommern passieren, da sind die Wege halt für Reparaturtrupps sehr, sehr weit.

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