Aufhören mit dem Aufhören

Die Deutsche Bahn sollte mal langsam aufhören, sinnvolle Linien einzustellen. Heute kam ich in den Genuss einer Fahrt mit dem Regionalexpress von Greifswald nach Berlin. Also, eine Fahrt von drei Stunden mit einem Regionalexpress durch drei Bundesländer zu machen, das ist eigentlich schon eine Zumutung an sich. Wenn der Zug dann, wie heute, total überfüllt ist, fast jeder Fahrgast schweres Gepäck dabei hat, das in einem Regionalexpress einfach nicht vorgesehen ist, die Zahl der Sitzplätze durch Unmengen an Fahrrädern verringert wird, dazwischen sich noch ganze Schulklassen in den Zug drängen und die Durchsage kommt, dass der Zug mehr als 10 Minuten Verspätung hat „wegen hohen Fahrgastaufkommens“, das sehne ich mich dann doch in das letzte Jahr zurück, als noch täglich so 4-5 ICs nach Berlin fuhren, auch an einem normalen Wochentag. ICs sind bequemer, haben Platz für Gepäck und man kann Sitzplätze reservieren.

Die Überschrift über diesen Artikel soll allerdings noch eher auf etwas Anderes hinweisen. In besagtem RE habe ich auf meinem iPhone einen wunderbaren Artikel von Malte Welding gelesen mit dem Titel „Die Aufhörer“, der sich an all die Gutmenschen und Fundamentalisten richtet, die irgendeine Einstellung nicht nur für sich richtig finden, sondern so davon überzeugt sind, dass sie der Meinung sind, alle anderen auch zu dieser Einstellung zwingen zu müssen.

Der Artikel ist ein absolutes „Must-Read“.

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4 Kommentare zu Aufhören mit dem Aufhören

  1. Claudia sagt:

    Zum letzten Absatz:

    Mich schaudert’s, wenn ich bemerke, dass Leute, die ich voll in Ordnug und lesesnwert finde, sich plötzlich am (nach meinem Gefühl von rechts voran getriebenen) immer beliebter werdenden „Gutmenschen-Bashing“ beteiligen.

    So werden zunehmend alle diskriminiert, die noch MEHR wollen als nur ganz individuell für sich alleine zu gesunden bzw. irgend etwas besser zu machen. Das ist ja die neue rechte Ideologie, von Teaparty bis PI: weniger Staat, keine Steuern, jeder möge an sich denken, dann ist an alle gedacht.

    Für etwas werben heißt nicht zwingen – und es gibt wahrlich keinen Grund, sich schlecht fühlen zu sollen, weil man z.B. endlich mit dem Rauchen aufhört oder es schafft, sich zu ernähren, ohne das Elend der Massentierhaltung massiv zu unterstützen.

    „Das Private ist politisch“ sagte man in meiner wilden Jugendzeit. Ja, genau – und deshalb ist es auch ok, etwa als „bewusster Konsument“ die produzierenden Konzerne und Unternehmen unter Druck zu setzen – und auf viele andere Weisen daran mitzuwirken, dass die Welt ein wenig besser wird: weniger Ausbeutung, weniger Vermüllung, weniger Ignoranz und innere Kälte.

    Dieses und andere Engagements für eine bessere Welt als „Gutmenschentum“ abzuqualifizieren, mag dem eigenen inneren Schweinehund immer mal wieder gefallen. Für mich kein Grund, diesen zur Leitfigur zu erheben.
    Aber jeder wie er mag…

  2. Axel sagt:

    Vielleicht war das Wort „Gutmenschen“ in diesem Zusammenhang nicht angebracht. Ich habe den Artikel eher angesehen als ein Plädoyer für ein wenig mehr Freiheit zu genießen. Das hat nichts zu tun damit, dass Konzerne unter Druck gesetzt werden, weniger auszubeuten oder die Umwelt pfleglicher zu behandeln. Ich denke eher, dass das Wort Fundamentalismus angebracht ist.

    Die Wikipedia schreibt:

    Fundamentalismus ist eine Überzeugung, die ihre Interpretation einer inhaltlichen Grundlage (Fundament) als einzig wahr annimmt. Fundamentalismus wird durch eine stark polarisierte Auslegung einer Letztbegründung umgesetzt.
    Im weitesten Sinne wird als fundamentalistisch eine religiöse oder weltanschauliche Bewegung bezeichnet, die eine Rückbesinnung auf die Wurzeln einer bestimmten Religion oder Ideologie fordert, welche notfalls mit radikalen und teilweise intoleranten Mitteln durchgesetzt werden soll.

    Und dagegen wehre ich mich, ob das nun Teaparty- oder ein anderer rechter Fundamentalismus oder ob mir jemand erklärt, dass man kein Fleisch essen soll. Ich möchte mir mein Steak nicht nehmen lassen, das hat auch nichts mit Massentierhaltung zu tun, allerhöchstens mit Geld, mit dem man sich gutes Fleisch leisten kann.

    Und wie gesagt, ich meine ausschließlich die persönliche Freiheit zu genießen, nicht die, die Umwelt zu vermüllen oder die, auf Kosten der Armen reich zu werden.

  3. Pingback: Gutmenschen-Bashing - Greifswald wird Grün

  4. petra sagt:

    Axel hat Recht. Es gibt nur eine Intoleranz,die erlaubt
    ist: Die Intoleranz gegenüber der Intoleranz.
    Esst Fleisch oder nicht,geht in die Kirche oder nicht, kriegt Kinder oder nicht,heiratet oder nicht,aber seid tolerant!

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