Carambolage

Billardtisch

Über Jahre habe ich mich mit meinem alten Schulfreund A. zum Billardspielen getroffen. Nein, nicht das etwas brutale Poolbillard, wie es so heute meist vorzufinden ist, sondern wir spielten Carambolage, ein Billard ohne Taschen (Pockets), bei dem man mit der Spielkugeln mindestens zwei von den anderen Kugeln auf dem Tisch berühren muss.

Zum Spielen ingen wir dann in einen Billardsalon am Spielbudenplatz (Reeperbahn) auf St. Pauli. Dieser Salon befand sich im ersten Stock eines sehr zweckmäßig aussehenden Baus aus den 60er Jahren in einem etwa 500 qm großen Saal, in dem fast 20 große Carambolagetische aufgebaut waren. Im Laufe der fast 40 Jahre, in denen wir in sehr unregelmäßigen Abständen dort waren, nahm die Zahl der Spieler immer mehr ab, bis wir zum Schluss neben einer Gruppe Karten spielender Männer, bei denen es offensichtlich um hohe Geldbeträge ging, den Saal mehr oder weniger für uns allein hatten. Da war es dann auch nicht mehr verwunderlich, dass der Salon eines Tages zu gemacht wurde und im Zuge der Gentrifizierung von St. Pauli in eine Partylocation umgebaut wurde.

Mittlerweile treffen wir uns mit zwei weiteren Schulkameraden so alle 4-6 Monate, und nachdem wir uns das letzte Mal beim Bowling amüsiert hatten, kamen A. und mir die Idee, es diesen Dienstag mit Carambolage zu versuchen. A. wollte das organisieren,  musste dann aber nach einer Recherche in Hamburg feststellen, dass kein Carambolagetisch aufzutreiben war und hatte doch resigniert einen Pooltosch reserviert.

Ich allerdings habe manchmal so etwas Besserwisserisches an mir und musste nachprüfen, ob es tatsächlich keinen Carambolagetisch gab. Und siehe, ich wurde in Hamburg-Harburg beim Billards B7 fündig. Nun, man muss allen Nichthamburgern sagen, dass der Stadtteil Harburg für die nördlich der Elbe wohnenden Hamburger eigentlich nicht so richtig zu Hamburg gehört, sondern eher auf dem Balkan platziert wird, auch wenn das Rathaus von Harburg nur 15 min mit der S-Bahn vom Hauptbahnhof entfernt ist.

Für mich ist die Lage allerdings sehr praktisch, nur 10 Minuten von der Arbeit und meiner Hamburger Wohnung entfernt. Und allen hat Carambolage so viel Spaß gemacht, dass wir uns für November wieder am wahrscheinlich einzigen öffentlichen Carambolagetisch in Hamburg verabredet haben.

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