Der Mythos vom 8-Stundenschlaf

Wer kennt das nicht: da wacht man nach ein paar Stunden Schlaf in der Nacht auf und bekommt schon Panik, nicjht wieder einzuschlafen, und man denkt an Schlafstörungen. Denn eigentlich ist ein Schlaf ja nur gut, wenn man so annähernd 8 Stunden durchschläft.

Pustekuchen, der 8-Stundenschlaf ist eine relativ neue Erfindung, wie Wissenschaftler schon seit Jahren wissen. Vorher galt es als durchaus normal, das der Schlaf aus zwei Teilen bestand: dem ersten und dem zweiten Schlaf, wie er auch in mehr als einer Kultur genannt wurde.

So heißt es zum Beispiel bei Dickens: „Er wusste es, sogar in dem Schrecken, in dem er aus seinem ersten Schlaf gebracht wurde, und riss das Fenster auf….“ Charles Dickens, Barnaby Rudge (1840). Bei Cervantes: „Don Quixote folgte der Natur und da er mit dem ersten Schlaf zufrieden war, suchte er keinen weiteren. Und Sancho, der wollte nie einen zweiten Schlaf, denn der erste dauerte bei ihm vom Abend bis morgens.“ Und ein afrikanischer Stamm, die Tiv in Nigeria, reden vom ersten und vom zweiten Schlaf, um auf bestimmte Abschnitte der Nacht zu verweisen.

Die Verweise auf den ersten und den zweiten Schlaf verschwinden erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts, als künstliche Beleuchtung auch die Nacht zu einem akzeptablen Zweitpunkt für Aktivitäten nicht nur für kriminelle oder moralisch suspekte Leute machte. Da musste sich die Schlfphilosophie dann ändern.

Also wenn ihr jetzt nachts mal Nachts wach werdet, einfach entspannt bleiben und das als Rückfall in natürliche menschliche Schlafmuster sehen. Ein gutes Buch nehmen, oder sonstige Aktivitäten und einfach auf den zweiten Schlaf warten.

Quelle: The myth of the eight-hour sleep, Stephanie Hegarty, BBC World Service

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