Urlaub Tag 1: Anreise

In der Nacht von Sonnabend auf Sonntag war Hanna sehr aufgeregt, wie es immer bei ihr ist, wenn es auf Reisen geht. Auch denkt sie immer, dass es doch besser wäre, zu Hause zu bleiben und den schönen Balkon zu genießen. Dazu haben die Katzen die ganze Zeit die Reisevorbereitungen demonstrativ missbilligt, sie hätten es auch lieber, wenn wir daheim blieben. Dabei haben sie doch so nette Betreuer während unserer Abwesenheit.

Als wir dann im Taxi saßen, war auch bei Hanna die Anspannung weg. Das wird dann übrigens, fiel uns unterwegs ein, der letzte Flug von Tegel gewesen sein.

Die Lufthansaflüge nach Frankfurt und dann weiter nach Madrid waren ereignislos und pünktlich. Nachdem wir uns an der teuren Bar in Frankfurt (Frankfurter Würstchen mit Brot für 4,95 €) zurückgehalten haben, kam es uns bei aller Überraschung zupass, dass die Lufthansa auf dem Flug nach Madrid ein warmes Essen auch in der Economyclass anbot, und dazu sogar eines der besseren Sorte. Und auch für die Getränke musste man nichts zahlen, das sollte man in diesen Zeiten noch ausnutzen, wer weiß, wie lange das so bleibt.

In Madrid ging dann aber der Stress los.Der Flug aus Frankfurt war sogar 15 Minuten früher am Boden aber da das Ticket nach San Sebastian extra ausgestellt war, mussten wir erst auf unser Gepäck warten. Natürlich war einer unserer Koffer mit bei den letzten, aber naja, den hatten wir dann um zehn vor sechs und ich meinte, dass es bis zum Anschlussflug genügen sollte. Leider war das in einem anderen Terminal, mit Transferbus zu erreichen, aber ok, wir machten uns also auf den Weg. Und auf den Weg. Laufen. Rolltreppe. Laufen, wieder eine Treppe. Wenn man sonst nicht das Laufen trainiert, auf Flughäfen kann man das oft heutzutage.

Irgendwann landeten wir am Bus, der zum Glück schnell kam, mit einem Fahrer, der im Stil von Alonso über die Autobahn bretterte. Ja, Autobahn, das neue Terminal lag ganz am anderen Ende des Flugfelds und der Bus brauchte bei rasanter Fahrt etwa 10 Minuten.

Also Check-In. Schalter auf der Anzeigentafel gesucht, ok, Reihe 840-859. Ein Schalter offen mit einer Menschentraube davor. Alle nach Marseille, nein, nach San Sebastian geht es hier nicht. Noch einmal auf der Tafel geschaut, 840-859. Gefragt und auf 810-829 verwiesen worden. Also hin, auf den Automaten verwiesen worden, da ich den Buchungscode wusste. Der Automat meldet: Check-In closed!

Also zurück zum Flughafenmenschen, der uns an einen Supervisor eine Reihe weiter verweist. Der ordert eine Frau, die gerade Feierabend machen wollte, uns doch noch einzuchecken. Alles sehr hektisch, irgendwann hatten wir die Bordkarten und es wurde uns gesagt, dass wir uns sehr beeilen sollten, um den Flug zu bekommen. Mit nur einem Gepäckabschnitt (den anderen hatte ein Flughafenmitarbeiter och in der Hand, obwohl unser Koffer schon auf die Reise geschickt war, hetzten wir los. Wieder eine endlose Wanderung, das uns genannte Gate natürlich wieder ganz am Ende des Terminals.

Irgendwo zwischendurch sahen wir Elisabeth und Börje seelenruhig einkaufen, wir winkten ihnen zu und ich sage zu Hanna, lass uns vorgehen, die sind eh schneller als wir. Doch dann lief Elisabeth uns hinterher und rief „Halt! Halt!“ Es stellte sich heraus, dass das Flugzeug eine halbe Stunde verspätet war, von einem anderen, viel näherem Gate abfliegen sollte und wir noch genügend Zeit für ein Getränk hatten.

Moment, eine halbe Stunde Verspätung? Das hieß, das Flugzeug kommt um viertel vor zehn an, und die Autovermoietung war nur bis 21:30 offen laut Plan. Ich also dort angerufen, die Dame sagte, sie bleibe bis 22 Uhr, dann ginge sie, weil der Flughafen dann geschlossen würde und auch der Flieger nicht mehr landen könne. Also ging das Zittern los, ob wir nicht dann irgendwo in Bilbao oder sonstwo abgesetzt würden.

Einer fröhlichen Frauengruppe war das wohl auch klar, die fragten nach, und soweit mein Soanisch reicht, war die Antwort: keine Panik, wir schaffen das. Im Flugzeug kamen Anfeuerungsrufe, Gesänge, die so etwas waren wie Spottgesänge, Witze liefen hin und her. Die Sicherheitsvorführung wurde belacht, es kamen sorgenvolle Scherze, als das Flugzeug in der Schlange zum Start stand, und als es dann vorgelassen wurde und startete erklang das Halleluja aus Händels Messias. Keine Frage, dass dann gejubelt und geklatscht wurde, als wir dann um 21:50 Uhr sicher in San Sebastian (bzw. Hondarrabia) am Boden waren.

Der Hertzschalter war auch noch offen, die junge Frau hatte auf mich gewartet, es war alles Gepäck dann sehr schnell da (kein Wunder bei einer nur halbvollen Turbopropmaschine). Da viel es auch nicht ins Gewicht, dass wir das Auto nicht fanden, die nette Frau bemerkte das, als sie endlich Feierabend machen wollte und fuhr uns sogar den Wagen noch vors Terminal.

Ende gut, alles gut, wir sind in Hendaye Plage.

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Ein Kommentar zu Urlaub Tag 1: Anreise

  1. Clarissa sagt:

    Oh ja, wer eine Reise tut, der kann etwas erzählen.
    Ich wünsche euch gute Erholung.

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