Stadionbesuch beim HSV

Stadion HSV

Gestern war ich seit langem mal wieder im Stadion des HSV bzw. in der <insert name of current advertiser>-Arena. Vor einigen Jahren war ich häufiger da, da meine Ex von Zeit zu Zeit von ihrer Firma Karten zur Verfügung gestellt bekommen hatte.

Seit ungefähr meinem 8. Lebensjahr, kurz nachdem ich nach Hamburg kam, bin ich Fan des HSV. Fan ist vielleicht zu viel gesagt, ich besitze kein Trikot, keinen Schal, gehe nicht regelmäßig ins Stadion. Anhänger ist vielleicht das bessere Wort, auf jeden Fall trage ich irgendwie die „Raute im Herzen“.

Wir waren nach Hamburg gezogen, weil mein Vater als Berufsmusiker das schlecht bezahlte und unsichere Engagement am Lübecker Theater aufgegeben hatte zugunsten eines sicheren Jobs als Zeitsoldat im Heeresmusikkorps 6 der frisch gegründeten Bundeswehr. Damals war es üblich, dass das Blasorchester vor dem Spiel und in der Pause für die Unterhaltung sorgte, und ich fuhr dann manchmal zur Sophienterrasse, dem Standort des Orchesters, um in den olivgrünen Bus zu steigen und mit direkt auf das Gelände zu fahren. Einmal hatte ich den Bus verpasst und fuhr tränenüberströmt zum Stadion, wo ich mich an die Polizei wandte, die mich dann auch durch die Kontrolle ins Stadion brachte.

Gestern wäre das sicher nicht möglich gewesen, da wären zuerst die „Stewards“, die die Sicherheitskontrolle durchführten, die Barrieren, an denen die Tickets elektronisch geprüft wurden und die dann den Zugang freigaben. Eine Blaskapelle ist heute auch nicht mehr angesagt, davür wird Lotto King Karl auf einer hydraulischen Bühne (für deren Zurverfügungstellung ein Werbepartner sicher Geld bezahlt hat) vor die HSV-Stehplatztribüne gehoben und singt „Hamburg, meine Perle„. Der Mittelkreis wir vor dem Spiel, in der Halbzeit und gleich danach mit Werbung für einen Pizzadienst bedeckt und nach dem Schlusspfiff wird gleich auch die Stellwand mit den Logos der Werbepartner auf den Rasen gestellt um als Hintergrund für die Fernsehinterviews zu dienen.

Trotzdem ist es schon ein Erlebnis in so einem ausverkauften Stadion mit 56.999 anderen Leuten, hardcorfans, Ultras, Businessleuten, erstaunlich vielen Frauen und Kinder, ja, sogar Hochschwangeren so ein Spiel zu sehen. Auch wenn es mit 1:2 geben eine B- bzw. C-Elf von Barcelona verloren geht, aber als Anhänger des HSV ist man ja in den letzten Jahren und besonders nach der letzten Saison viel Kummer gewöhnt.

Und trotzdem: Nur der HSV!

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