Schlaraffenland

Stevan Paul liest aus Schlaraffenland

Bereits vor knapp drei Jahren habe ich über eine Lesung der anderen Art berichtet, als Stevan Paul sein Buch „Monsieur, der Hummer und ich“ auf einem Abend im Restaurant Nil in Hamburg präsentierte.

Am letzten Mittwoch war es mal wieder so weit, im Restaurant Trific las Stevan aus seinem neuen Buch „Schlaraffenland“, wieder mit 15 Kurzgeschichten aus dem Bereich Essen, Kochen, Restaurants. Stevan weiß wovon er mit einer unheimlich guten Beobachtungsgabe und einer bilderreichen Sprache schreibt, deswegen bringt es riesigen Spaß, ihm nicht nur zuzuhören, sondern seine Bücher auch zu lesen. Gar nicht zu reden davon, wie er beim Vorlesen seine Figuren plastisch zum Leben erweckt. Da geht es um den Oberkellner Adam, der seinen Beruf liebt, nur ohne die Gäste auskommen könnte. Da ist die schön überspitzte Geschichte von den Leuten die auf Facebook oder in Foodblogs über Kochen und Essen schreiben und sich dabei in einem Minenfeld bewegen, in dem sie bei dem kleinsten Fehltritt den Pfad der ökologischen Tugend verlassen.

In Stevans Buch gibt es zu jeder der Geschichten ein passendes Rezept und an diesem Abend lies er vier Geschichten vor und danach gab es das zur Geschichte gehörende Rezept. Dadurch ergab sich folgendes Menü (der Titel der Geschichte jeweils vorher):

Nachtschichten
Gebratene Jakobsmuscheln, mit Ingwer-Gurken, Wasabischaum und gerösteter Nori-Alge

Wellenreiter
Steinbeißerfilet mit Calamari, Kichererbsen, Tomaten und Kräutern die grad da sind

Revolution
Ochsenbacke in Rotwein geschmort auf Safran-Risotto mit Navetten

Bauchgefühl
Grießmousse mit Honig-Zwetschgen

Das Menü war schon sehr ordentlich und zu dem Preis (36 €) sogar sehr gut. Die einzige Enttäuschung war die Vorspeise, die ein wenig sehr geschmacklos daherkam, auf keinen Fall bot sie den erwarteten kräftigen Wasabigeschmack. Die Steinbeißer, Kichererbsen, Calamari Kombi gefiel mir am besten, die Ochsenbacke war sehr gut, obwohl ich eventuell eine andere Beilage als Risotto bevorzugen würde und der Nachtisch war sehr, sehr ordentlich, wenn auch nicht besonders originell. Wobei, der Nachtisch passte dann extragut zu der Geschichte, da sie von einem Gastrokritiker handelte, der der ewigen Gänsestopflebern überdrüssig sich nach einem Grießbrei für seinen geschundenen Magen sehnt.

Auf jeden Fall sind die geplanten Lesungen, besonders die mit Menü sehr empfehlenswert, Termine findet Ihr auf Stevans Blog oder auf der Buchseite des mairisch Verlags.

Stevan Paul: Schlaraffenland: Ein Buch über die tröstliche Wirkung von warmem Milchreis, die Kunst, ein Linsengericht zu kochen und die Unwägbarkeiten der Liebe.

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