29. Oktober-4. November: Notizen

Irgendwie ist der Start in den November auch der Start in den schwierigsten Monat des Jahres. Ihr kennt das sicher alle: die Wärme ist weg, die Kälte noch nicht da. Zwar gewinnt man am letzten Oktoberwochenende ein Stunde durch die Zeitumstellung, aber was nützt das, wenn man in den kommenden Wochen im Dunkeln aufsteht, und wenn man die Arbeit verlässt, ist es schon wieder dunkel.

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Natürlich kam es, wie es kommen sollte, am letzten Montag hatte ich mich nicht gut gefühlt und bin zuhause geblieben, aus Angst, es erwischt mich ein Virus. Hanna hatte einen Termin beim Gericht als (Ersatz-)Schöffin, so dass ich dachte, dass ich noch nicht einmal ihre Gesellschaft genießen kann, wenn ich schon einmal in Berlin bleiben muss (kann). Zum Glück endete das (Korruptionsverfahren) in einem Vergleich, so dass sie schneller wieder vor der Tür stand. Ab dem nächsten Jahr ist Hanna übrigens Hauptschöffin (voraussichtlich) und wird dann häufiger zu Gerichtsterminen fahren müssen. Naja, ich bin meist eh nicht da.

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Am Dienstag war es mir dann auch noch nicht gut genug, nach HH zu fahren. Und abends hat es dann Hanna auch ins Bett gehauen. Aber die Vorsichtsmaßnahmen schienen erfolgreich genug gewesen zu sein, weder Hanna noch ich zeigten an den nachfolgenden Tagen weitere Symptome.

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Am Mittwoch bin ich dann aufgrund fehlender Symptome dann doch nach Hamburg. Der Mittwoch, und danach der Donnerstag waren schon merkwürdige Tage für mich. Mittwoch war Reformationstag, ein Tag, an dem wir zwar nicht schulfrei hatten, als ich klein war, aber geschlossen in die Kirche marschiert sind. Mittlerweile ist er ein Zeichen für einen Verlust durch die Wiedervereinigung, den viele von uns Westlern erlitten haben. Uns wurde der einzige Feiertag im November gestrichen, während einige der neuen Bundesländer die Gelegenheit ergriffen, diesen Tag zum Feiertag zu ernennen. Trotzdem machte ich mich auf den Weg nach Hamburg, auch besonders, weil ich einen Termin mit einem der Professoren der TUHH am Donnerstag hatte.

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Und am Donnerstag bin ich dann wieder mal auf die deutsche Feiertagssituation gestoßen worden. Denn das war Allerheiligen, ein Feiertag z.B. in Brüssel bei der Kommission, aber auch in den süddeutschen Ländern unsere Bundesrepublik. Aber nicht bei uns! Vielleicht sollte mal jemand eine wissenschaftliche Untersuchung machen, dass die Bundesländer mit den meisten Feiertagen, Bayern, aber auch Baden-Württemberg, die wirtschaftlich stärksten Bundesländer sind. Zufall?

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Auf dem Weg zur Uni hatte ich dann den Eindruck, auf einen Tatort zu schauen: auf der Hauptstraße etwa 200m entfernt von unserem Büro war ein schwarzer Kombi eingekeilt von mehreren schweren Limousinen mit Blaulicht. 2 Personen hatten ihre Hände auf dem Kombidach und wurden danach gefesselt. Die Fesselnden waren in Zivil, nur teilweise mit Warnwesten mit der Aufschrift POLIZEI. Aber das Auffälligste war, dass alle Polizisten mit Sturmhauben maskiert waren, so dass ich unwillkürlich nach Fotografen oder Fernsehteams Ausschau gehalten habe. Habe aber keine gesehen.

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Am Donnerstag abends bin ich wieder nach Berlin, da ich für Freitag morgens einen Wagen gemietet hatte, mit dem wir eigentlich in Richtung Karlsruhe fahren wollten zum Geburtstag von Hannas Cousine. Aber uns fehlte der eben genannte süddeutsche Feiertag, den alle anderen sicher genutzt haben, und da wäre es ein wenig anstrengend geworden. Insofern hatten wir dann umgeplant und sind dann abends mit Dagmar und Hans-Peter zum Essen gefahren, etwas, das wir schon seit zwei Jahren geplant hatten. Allerdings wurde das nie etwas, da Dagmar schwer krank wurde. Jetzt war es möglich, und wir alle fanden den Abend sehr schön.

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Am Wochenende haben wir dann alle Ausflugs- und anderen Pläne Pläne sein lassen und einfach nur gechillt, wie man Neudeutsch sagt. Aber was macht man denn im November am liebsten (siehe oben)?

 

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