Casa Franco

In der Casa FrancoAm Dienstag Abend hatte ich ein Treffen mit meinen Klassenkameraden in einem portugiesischen Restaurant, der Casa Franco im Portugiesenviertel von Hamburg. Eigentlich war ich vorher skeptisch, denn ich halte die portugiesische Küche generell nicht für eine der besten, zumindest was meine Erfahrungen angeht.

Zunächst hatte ich auch den Eindruck, dass es mehr um die Show als um das Essen geht. Der Showmaster und Namensgeber des Restaurants, Franco, kam und fragte, ob wir alle Fisch essen wollten. Das war es, eine Speisekarte kam nicht. Und die gab es auch nicht so richtig, das Konzept besteht darin, Gang nach Gang zu servieren, vorzugsweise Fisch, wer wollte, konnte allgemein durch Fleisch ersetzen. Und wenn die Gäste nicht mehr wollen, wird ein einfaches Dessert serviert.

Der erste Gang bestand aus Gambas in Öl und Knoblauch, mit großer Flamme flambiert an den Tisch gebracht. Nun, das ist das, was ich bei den meisten Portugiesen fast ohne Bedenken essen würde und auch hier war es recht gut. Der zweite und dritte Gang bestand jeweils aus Filets von Tiefseefischen schön gegrillt, mit Cocktailsoßen, Gemüse und gesalzenen Kartöffelchen in Schale. Im Hinterzimmer saß eine große Gruppe, und vor jedem Gang wurden die beteiligten Fische (bis auf den Thunfisch natürlich) im Original präsentiert: Red Snapper, Catfish und Papageienfisch. Danach hatten wir genug und gingen zum Nachtisch über, einem einfachen Vanilleflan, oder, wie Franco erklärte, eine Creme Caramel, nur ohne das Caramel.

Zwischen den Gängen gab es dann immer einen selbst zusammengestellten Minischnaps, z.B. etwas Mandellikör gemixt mit spanischem Brandy. Zudem spielte ein recht kaputt aussehender Mann spnische Lieder auf der Gitarre.

Alles in allem eine nette Erlebnisgastronomie bei der das Preis-/Leistungsverhältnis mit 44€ pro Person stimmte (inkl. Weißwein, Wasser und doppeltem Espresso hinterher). Und ja, ich war schon drauf und dran, meine Meinung über die portugiesische Gastronomie zu ändern, bis ich am folgenden Morgen folgende Mail bekam:

Freunde der Sonne,
das Essen gestern hat Spaß gemacht. Ich hatte dann noch einen kleinen Schnack mit „Franco“……
Leicht skurril: er ist Afghane, und der Rest der Küchenbrigade offenbar auch. Hat mich gleich mehrmals gefragt, ob nicht alles authentisch portugiesisch rüberkommt.
Und der türkische Taxifahrer hat sich darüber beschwert, dass ich nach Fisch gestunken hätte. Er mag keinen Fisch.
Ich muss gestunken haben wie ein nasser Iltis, auch nach Knoblauch. das war die offene Küche.
Viele Grüsse

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3 Kommentare zu Casa Franco

  1. Clarissa sagt:

    Hilfe mein Monitor ist defekt, es schneit, wohin bloß mit dem Schmelzwasser. Nette Überraschung.

  2. Axel sagt:

    Ist halt Berlin, da isses doch auch weiß!

  3. Hanna sagt:

    Wunderschön mein Liebster

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