Erste Dezemberwoche

Am Montagmorgen überraschte ich Hanna damit, dass ich mich entschieden hatte, in Berlin zu bleiben und den Tag für meinen vierteljährlichen Routinebesuch bei der Ärztin zu nutzen. Überraschung beim Verlassen der Wohnung: unsere Nachbarin hatte ein paar Kekse (zum Advent, denke ich) auf unsere Türschwelle gelegt.

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Der Zug am Dienstag war vom gleichen Typ wie in der letzten Woche, und er bummelte genauso auf der Strecke wie die beiden in der Woche zuvor. Bei der Fahrkartenkontrolle fragte ich dann, warum der Zug die auf der Strecke erlaubt Geschwindigkeit nicht ausfährt. Die Antwort kam einem dann bekannt vor: der dürfe nicht schneller wegen Achsüberprüfung. Aber man kann der Bahn nicht allein einen Vorwurf machen, die Hauptschuld liegt in diesem Fall bei Siemens. Vielleicht will die Bahn aufgrund der Lieferschwierigkeiten ja die Achsen schonen..

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Vom Essen beim Portugiesen habe ich ja schon berichtet. Auf der Rückfahrt nach Harburg setzten sich drei Leute zu mir und fingen an, sich gegenseitig darüber zu beklagen, dass auf der Weihnachtsfeier ihrer Firma doch keine rechte Weihnachtsstimmung aufgekommen war. Es wurden danach die Feiern der letzten Jahre durchgegangen, was an Geld jeweils ausgegeben wurde, was dann wiederum als Anlass genommen wurde, auf die Umsätze einzelner Leute und Abteilungen einzugehen. Und dann wundern sie sich über mangelnde Weihnachtsstimmung?

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Feiern mit Leuten, mit denen man sonst zusammen arbeitet, sind ja sowieso eine knifflige Situation, sonst wären die Medien ja auch nicht voll mit Tipps, wie man sich auf einer Firmenfeier verhalten bzw. nicht verhalten sollte. Viele würden sich ja gerne davor drücken, aber das würde dann laut Knigge dahin ausgelegt werden, dass man nichts für ein gutes Betriebsklima tut. Schwierig, schwierig. Naja, oder auch nicht, es soll ja auch noch so etwas geben wie „Common Sense“.

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Am Donnerstagmorgen war dann alles weiss. Der Schnee brachte natürlich in Norddeutschland den Verkehr total durcheinander, wie auch nicht anders zu erwarten war. Diverse Kollegen kamen viel später als sonst zur Arbeit. Da zahlte es sich aus, dass ich in Hamburg nur 7 statt sonst 5 Minuten zur Arbeit schlittern musste.

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Freitag musste ich (leider???) wieder einen Zug früher nehmen als geplant. Der ehemalige Metropolitan um kurz nach drei Uhr war schon im Internet-Buchungssystem der Bahn als komplett ausgebucht gekennzeichnet, also buchte ich den eine Stunde vorher. Auch da war Chaos, in dem Wagen, in dem mein reservierter Sitz war, stieg eine Frauengruppe auf der falschen Seite in den Zug, obwohl draußen am Zug die Sitze angezeigt sind, und musste sich durch den ganzen Wagen gegen Leute quälen, die auf der anderen Seite falsch eingestiegen waren. Es dauerte dann wohl 20 Minuten nach der Abfahrt, bis sich alle sortiert hatten. Und dann saß hinter mir eine Frauengruppe, die sich lauthals kichernd drüber unterhielten, dass sie keine Schlüpfer (sic!) eingepackt hatten! Bei den Riesenkoffern, die sie dabei hatten, wundert mich das, denn es sah so aus, als ob es eine Kegelgruppe auf ihrem jährlichen Lass-die-Sau-raus-Wochenende war. Positiv war es, dass es, obwohl der gleiche Zugtyp wie die die Woche davor, er es trotz zehnminütiger Verspätung schon in Hamburg geschafft hätte, in Berlin pünktlich anzukommen. Aber Berlin ist offensichtlich immer überrascht, wenn ein Zug pünktlich kommt und hält ihn vorm Hauptbahnhof an, bis er 5 Minuten Verspätung hat.

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Auch wenn ich normalerweise schnell nach Hause möchte am Freitag, machte ich am Berliner Hauptbahnhof noch schnell einen Abstecher zu SIxt, um mir den Chip für DriveNow auf den Führerschein kleben zu lassen. Dann habe ich jetzt eine Alternative zu Greenwheels, bei denen man den Wagen immer wieder auf seinen Parkplatz zurück bringen muss. Bei DriveNow kann man den Wagen auf einem beliebigen Parkplatz innerhalb der Berliner S-Bahnrings stehen lassen. Mal sehen wie das im Vergleich ist.

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Heute ist dann ein Ruhetag angesagt, ich muss nicht einmal raus mit dem Wagen von Greenwheels oder DriveNow, weil Hanna schon am Donnerstag mit Bert einkaufen war. Morgen machen wir dann einen Ausflug hierhin mit diesem Verkehrsmittel, aber darüber werde ich noch extra berichten.

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2 Kommentare zu Erste Dezemberwoche

  1. susanne sagt:

    Auf diesen Bericht warte ich ganz gespannt; bis dahin wünsche ich Euch eine schöne Zeit! Ich werde weitermachen mit den Weihnachtsvorbereitungen, habe ich doch dieses Jahr wieder einen kleinen Babykater hier bei uns wohnen….mal sehen, was Hänschen zum Baum, den Kugeln und den Glitzerkugeln meint. Mir schwahnt schon Arges! Alles in allem freuen wir uns auf ruhige Tage…
    Liebe Grüße und Euch viel Spaß bei dem beschriebenen Ausflug

  2. Clarissa sagt:

    Das mit dem Spreewald und dem alten Dampfross klingt total schön, da kommt immer der Frust bei mir auf, dass ich das alles nicht mehr machen kann. Ich wünsche euch ganz viel Spass.

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