Trauerwoche

07.04.2013 (So.)

Jetzt denke ich einfach mal positiv und habe beschlossen, dass die letzte Woche auch die letzte war, in der ich die dicke Winterjacke anziehen musste.

08.04.2013 (Mo.)

So richtig lange war ich heute nicht im Büro, denn kurz nach Mittag hatte ich einen Termin beim Zahnarzt zwecks Besiedlung der letzten Lücke im Gebiss. Mit über zwei Stunden rumfuhrwerken wahrlich kein angenehmer Termin!

Aber mein Zahnarzt verpasste mir eine Spezialbrille mit Kopfhörern, die an ein altes iPhone angeschlossen war, so dass ich mir während der Operation einen Film ansehen konnte. Meine Wahl fiel auf einen Thriller, The International in der Regie von Tom Tykwer. Zum Glück ging alles schneller als geplant, aber ich muss mir dann den Film noch einmal ausleihen, um das Ende zu sehen.

09.04.2013 (Di.)

Erstaunlicherweise habe ich so gut wie lange nicht mehr geschlafen. Vielleicht war ich so erschöpft von der Behandlung am Tag zuvor. Oder die prophylaktisch genommene Schmerztablette hat mich nicht von den üblichen kleinen Wehwehchen aufwachen lassen in der Nacht.

Man sagt ja: Ist man über 50 und wacht nicht mit Schmerezen auf, dann ist man tot.

10.04.2013 (Mi.)

Die Beerdigung der sogenannten Eisernen Lady Margaret Thatcher soll ja so um die 12 Millionen Pfund kosten. Da ich nie ein Freund von ihr war und es wohl auch nicht mehr werden werde, war mir der Spruch von Ken Loach sehr sympathisch: „Man sollte die Beerdigung ausschreiben und den billigsten Anbieter nehmen, sie hätte es so gewollt!“

11.04.2013 (Do.)

Und wieder geht es einen Tag früher nach Hause, allerdings aus einem nicht erfreulichen Grund, denn am Freitag wird Dagmar begraben. Die Bahn hat es mal wieder geschafft, Leute auf Stehplätze zu verbannen, da die Hälfte des Zuges einfach fehlte. Natürlich der Teil, in dem auch ich eine Reservierung hatte. Allerdings bin ich als Vielfahrer und dazu noch relativ guter Beobachter im Vorteil: ich weiß, welche Wagen eher keine Reservierungen haben und wo sie am Bahnsteig zum Stehen kommen. Ich musste also nicht stehen!

12.04.2013 (Fr.)

Die Beerdigung hatte das passende Wetter: die Urne wurde von der Trauergesellschaft im heftigen Regen zum Grabplatz gebraucht. Die Trauerfeier davor war recht angenehm. Sie war bewusst, aber nicht krampfhaft nichtreligiös und die Trauerrednerin hat das sehr gut gemacht. Hanna sagt, ihr habe das sehr geholfen, aber auch dass sie ohne mich wahrscheinlich nicht gegangen wäre.

Post to Twitter Post to Delicious Post to Digg Post to Facebook

Dieser Beitrag wurde unter Arbeitszimmer, Vorgarten, Wohnzimmer veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.