Gürtellos

Heute ist ein Arbeitstreffen in Helsinki zu Ende gegangen. Axel, brav wie immer, hat natürlich einen Flug so gebucht, dass er nicht früher aus der Veranstaltung abhauen musste, andere allerdings nicht…

Darum soll es mir aber nicht gehen. Ich habe halt noch ein wenig gearbeitet bei VTT in Espoo. Zwischenzeitlich musste ich aufs Klo, normal, und dort riss mir der Jeansknopf auseinander. Nicht schlimm, ist mir vorher schon passiert, muss halt der Gürtel arbeiten.

Ging auch gut, bis ich bei der Sicherheitskontrolle am Flughafen ankam. Wie üblich Rucksack auf, Laptop raus, Taschen entleeren und zum Schluss den Gürtel ab, geht schon, ist ja nur durch die Kontrolle. Und dann wollte die Sicherheitsfrau die Bordkarte sehen. Hm, ist mir noch nie passiert. Ich habe ein Handyticket. Was bedeutet das? Richtig, das Phone ist in der Tasche einer Jacke, die in einem Korb usw. Also Korb durchwühlen, richtige Jacke und richtige Tasche finden, das Telefon vorzeigen, durch die Kontrolle (natürlich immer mit einer Hand am Hosenbund, dass ich nicht plötzlich in der Unterhose dastehe). Kein Problem, werde auch nicht mit der Hand abgetastet. Könnt Ihr Euch sicher vorstellen oder habt es schon einmal gesehen: Arme ausgebreitet, damit der Sicherheitsmann an die relevanten Stellen kommt. Hose rutscht…

Nein, war nicht. Also Sachen einsammeln, Notebook kommt wieder in den Rucksack, Jacke wird angezogen, Gürtel wieder angelegt. Gürtel? Wo ist der Gürtel? Verschwunden, wahrscheinlich gefressen vom Röntgenautomaten. Ein netter Mann von der Security sucht und sucht. Gepäck geht noch mal durch den Automaten, der Mann läuft raus, dorthin wo ich die Vorbereitungen getroffen hatte. Der Gürtel ist weg, verschwunden, hat sich in Luft aufgelöst.

Hilft ja nichts, also Sachen zusammen geräumt. In der einen Hand den Trolley, Rucksack, Atemgerät und mit anderen (dritten?) Hand die Hose festhalten. Und in den nächsten Klamottenladen, wie sie immer auf Flughäfen zu finden sind.

Mit der einen Hand am Bund, mit der anderen die Gürtel durchsuchen. Nun gibt es ein kleines Problem: leider bin ich nicht mehr so dünn wie die jungdynamischen Manager, die offensichtlich in solchen Läden kaufen. Also galt es, den ganzen Ständer zu durchwühlen. Mit der einen Hand die Hose festhalten, mit der anderen den Gürtel um die Taille halten und die Größe testen. Fast war ich am Aufgeben, da fand ich doch noch ein Exemplar, dass die Anforderungen erfüllte.

So einen teuren Gürtel habe ich in meinem Leben noch nicht gekauft.

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