Lebenszeichen

Ja, es gibt uns noch. Aber es ist halt mittlerweile irgendwie Winterschlafzeit, auch hier im Blog. Wir schlafen früher und länger, und bei vielen Sachen macht sich eine gewisse Unlust breit. Fotografieren ist bei dem trüben Novemberlicht auch nicht so richtig angesagt, so dass ich den Fotoapparat häufig gar nicht erst mitnehme.

Heute ist aber etwas anders als sonst. Ich sitze schon am Mittwochabend im Zug nach Berlin, da sich das Orkantief Xaver angekündigt hat und selbst die Bahn davon abrät, ab Donnerstagmittag, also morgen, mit dem Zug in der Hamburger Ecke unterwegs zu sein. Erst der Orkan, der möglicherweise wieder Bäume auf Oberleitungen stürzen lässt, und am Freitag kommt dann auch eventuell Schnee dazu, mit dem die Bahn auch nicht immer so fertig wird. Der Orkan Christian vor ein paar Wochen hat ja fast für eine Woche den Zugverkehr in Schleswig-Holstein lahmgelegt, also ist für mich Vorsicht die Mutter der berührten Porzellankiste.

Christian hatte ich auch in Berlin abgesessen und bin erst am Mittwoch gefahren. Auf der einen Seite nehmen mir saß eine Familie aus Sachsen, die permanent telefonieren mussten, ob sie ein Schiff in Kiel noch erreichen, obwohl die normalen Züge nach Kiel nicht fuhren. ich wünsche ihnen, dass sie noch an Bord durften über einen nicht öffentlichen Nebeneinstieg.

Auf der anderen Seite saß eine Mutter mit ihrer Tochter, die nach Sylt wollte. Normalerweise fährt die Nordostseebahn von Hamburg durch nach Westerland, diesmal mussten sie sich wegen der Sturmschäden auf eine stundenlange Tour mit Bustransfers, Pendelbetrieb und fünf- bis sechsmaligem Umsteigen einlassen.

Apropos Bahn. Ich sehe öfter auf Anzeigetafeln oder höre bei Ansagen, dass ein Zug verspätet sei wegen eines Polizeieinsatzes. Letzten Monat habe ich das selbst erlebt. Wie üblich habe ich meinen Freitagszug bestiegen und meinen reservierten Platz eingenommen. Der Zug war total überfüllt, die Leute standen auch in den Gängen dicht gedrängt, offensichtlich weil ein ICE vorher ausgefallen war. Es kam dann über Lautsprecher die Aufforderung, dass alle, die keinen Sitzplatz hätten, den Zug verlassen sollten. Und natürlich hat sich keiner gerührt, wollten ja alle nach Berlin. Dann kam die Durchsage, dass man warten würde, die Bundespolizei sei gerufen worden, um den Zug zu räumen, was dann ja auch passierte. Soweit zur (in diesem Fall zwanzigminütigen) Verspätung wegen Polizeieinsatzes.

ARTRAC Workshop (mit Axel)

Gestern hatte ich einen Workshop für das Projekt ARTRAC, den ich mit unserem Team organisiert hatte. Es war zumindest eine gute Übung für weitere Veranstaltungen, die wir noch vorhaben. Aus diesem Anlass hatte Volkswagen den Demonstrationsgolf für das Projekt direkt vor dem Haus unserer Firma geparkt.

ARTRAC Demo Car (Golf VI GTI)

Mitte November war ich zu einem großen Projekttreffen in Zürich. Naja, war nur ein Vorort, ein Hotel nahe dem Flughafen, was nicht so prickelnd ist, auch wenn es das Hilton war. Da kann man dann wirklich nicht viel machen. Allerdings wurde uns dann doch noch ein interessanter Ausflug geboten in die Tiermedizin der Universität Zürich einschließlich der Tierklinik, die offensichtlich eine der besten in der Welt ist. Zum Beispiel gibt es dort einen OP-Saal mit Schwimmbecken in dem Pferde nach Beinoperationen schonend aufwachen können und so nicht wie sonst 35% nach der OP erschossen werden müssen. In 180 Fällen war das bisher mit diesem Becken nur einmal der Fall. So ein Becken gibt es neben Zürich nur in 3 Tierkliniken in den USA.

LLJ Treffen bei Zürich

Das leitet natürlich elegant über zu unserer Katerbande. Von denen habe ich auch den Eindruck, dass sie halb im Winterschlaf und viel träger sind als sonst, auch wenn sie es schon geschafft haben, den mittlerweile auf unserem Balkon platzierten Weihnachtsbaum umzuwerfen.

Besonders erstaunlich ist Linus, den haben unsere beiden grauen Sonnenscheinen so langsam richtig weich gekriegt: er schnurrt, frisst Nassfutter, spielt mit den anderen, ist friedlich zu Menschen, alles hatte er jahrelang nicht so richtig gemacht. Sein bevorzugter Schlafplatz ist jetzt nachts das Kopfkissen zwischen Hanna und mir, oder besser gesagt, bei Hanna.

Hanna und Linus

Die Terrasse ist jetzt winterfest verpackt, selbst die Clematis, die einfach nicht aufgeben wollte hat jetzt das Blühen eingestellt. Der Grill ist auch verpackt und wird wohl erst einmal nicht benutzt werden.

Wildschwein mit Sellerie/Süßkartoffel und Brokkoli

Gegessen wird bei uns natürlich trotzdem noch und an den Wochenenden meist gekocht (außer wenn wir, auch was das angeht, im Winterschlaf sind und uns Pizza bestellen – das passiert aber doch sehr selten). Letztes Wochenende hatten wir eine Wildschweinnuss mit einem Stampf aus Süßkartoffel und Sellerie, dazu Brokkoli, davor einmal einen deutschen Klassiker: Eier in Senfsauce oder wie Hanna (auf Berlinerisch?) sagt: Saure Eier.

Eier in Senfsauce

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Ein Kommentar zu Lebenszeichen

  1. manu sagt:

    Süßsaure Eier?! Immer wenn ich von Euch komme ist mein Kochdrang sehr hoch….
    Hab Euch lieb

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