Kein Weihnachtsmärchen

Symbolbild

Es war einmal ein Graf, der hatte ein kleines, aber feines Reich. Er bot seine Dienste den benachbarten Herzogen und sogar Königen an, und weil seine Dienste gut waren, wuchs sein Reich stetig.

Irgendwann verliebte sich der Graf in eine nicht adelige Frau so sehr, dass er sich von seiner Gräfin trennte und beschloss, sich mit der Geliebten zusammen zu tun. Da aber seine Grafschaft immer mehr wuchs, fand er es irgendwann eine gute Idee, seine Geliebte zu den vielen Arbeiten, die bei der Verwaltung einer Grafschaft anfallen, hinzuzuziehen. Nach und nach zog er sich immer mehr in seine Gemächer zurück, denn er fand, dass Geliebte ihm immer mehr Arbeiten in der Verwaltung des Hofstaats abnehmen konnte.

Irgendwann sprach er nicht mehr mit seinen Untertanen, sondern machte die Geliebte zur Meisterin seines Hofstaates. Allerdings passierte es so, dass die meisten Mitglieder des Hofstaats sie nicht so mochten, sie verhielt sich dann doch irgendwann so, wie man es aus Märchen von der bösen Schwiegermutter kennt. Die Stimmung am Staat sank immer mehr, keiner wusste mehr so recht, was man tun sollte.

Irgendwann zog sich der alte Graf komplett zurück und es wurde ein neuer ernannt. Der bemerkte sehr bald, dass es nicht gut um die Grafschaft stand, es fehlte an allen Ecken und Enden an Geld. Die Geliebte des alten Grafen aber zog sich nicht zurück, obwohl alle wussten, auch der neue Graf, dass sie dem Hofstaat nicht gut tat. Im Gegenteil, sie kam häufiger und pünktlicher ins Schloss und parkte ihre Kutsche für alle sichtbar in der Schlossremise.

Da sie immerhin noch Meisterin über den Hofstaat war, versuchte sie Geld zu sparen, und legte den Leuten nahe, sich doch bei der Kirche aus Spenden ernähren zu lassen, sie würde vielleicht noch einen Apfel und ein Ei hinzugeben. Doch eines Tages stand ihre Kutsche nicht mehr in der Remise und der Hofstaat erfuhr erleichtert, dass es der neue Graf doch irgendwie geschafft hatte, sie in die Verbannung zu schicken.

Diese Geschichte spielt selbstverständlich vor vielen Jahrhunderten.

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1 Response to Kein Weihnachtsmärchen

  1. Axel sagt:

    Hanna habe ich zumindest zum heftigen Lachen bewegt, das ist mir schon Erfolg genug…

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