Ein Alumniverein und wie man darum kämpft, ein Kassenwart zu werden

Während meines Studiums hatte ich ein Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes, das besser bemessen war als die damalige Regelförderung durch ein elternunabhängiges Büchergeld und auch wegen höherer Freibeträge für das Elterneinkommen. Vielleicht haben viele von euch noch nicht davon gehört, aber als ich anfing zu studieren, gab es Bafög noch nicht, nur eine Studienförderung nach dem sogenannten Honnefer Modell, die eigentlich ein günstiges rückzahlbares Darlehen war.

Über das eigentliche Stipendium hinaus gab und gibt es weitere Leistungen wie Sommerakademien (ich war in Alpbach), Sprachkurse (ich habe einen Französischkurs in Tours finanziert bekommen) und Auslandsstudium (ich war ein Jahr in London, das war in den 70er Jahren noch relativ ungewöhnlich).

Nach dem Studium habe ich nicht so richtig Kontakt gehalten, ein wenig verschämt war ich, weil ich nicht promoviert habe und auch nicht in die Wissenschaft gegangen bin. Irgendwann in diesem Jahrtausend bekam ich dann mit, dass es einen Alumniverein gibt (ein Verein der Ehemaligen), und ich bin eingetreten. Ich habe mich auch bei der Studienstiftung gemeldet, nachdem ich über ein bestimmtes Kolleg in Berlin gelesen habe und habe meine Unterstützung angeboten. Das wurde nichts aber ich habe dann einige Jahre am Auswahlseminar für Studenten als Gutachter teilgenommen.

Anfang diesen Jahres sah ich dann eine Nachricht, dass die Regionalgruppe Berlin-Brandenburg ihre Hauptversammlung hatte und Kandidaten für ein neues Koordinatorenteam suchte (Koordinator, stv. Koordinator und Schatzmeister). Da ich aus der Theatergruppe (und auch aus grauer Vorzeit des letzten Jahrhunderts mit einem anderen Verein) Erfahrungen mit diesem Posten hatte, habe ich mich spontan (nicht ganz, ich hatte Hanna vorher gefragt) bereit erklärt, mich für diesen meist ungeliebten Posten aufstellen zu lassen. Und siehe da, ich wurde am 18. Februar ohne Gegenstimmen gewählt, war allerdings auch der einzige Kandidat.

Was ich allerdings nicht so richtig kann bis jetzt: das Amt ausfüllen. Was braucht ein Schatzmeister? Richtig, Zugriff auf den Schatz, in diesem Fall die Kasse, genauer: das Bankkonto. Vollmacht habe ich immer noch nicht: erst musste das Protokoll der Wahl bei der Geschäftsstelle eingehen, dauerte. Dann wurden mir die Unterlagen unvollständig zugeschickt, dauerte, bis alle da waren. Nach der Rücksendung waren die Bearbeiter in Urlaub, dauerte. Dann mussten die Unterlagen zum Vorstand in München zwecks Unterschrift, dauerte. Ende April bekam ich die Nachricht auf Nachfrage, dass die Bank noch Zeit braucht: ja, ihr wisst, das dauert.

Vorgestern habe ich dann vorsichtig nachgefragt, ob irgendwas schief gelaufen ist und bekam die Nachricht, dass die Unterlagen bei der Studienstiftung eingegangen seien und dass sie jetzt auf dem Weg seien.

Ich warte, dauert das lange?

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