Arbeit (21.-31.3.2017)

Nach einem Ruhetag, um den Jetlag auszukurieren, ging es an die Arbeit. Die EU hatte bei mir vor dem Kubaurlaub angefragt, ob ich zur Verfügung stünde, und nachdem ich auf meinen Urlaub hingewiesen hatte, kam das okay mit der Bitte, von Zeit zu Zeit meine Mail abzurufen, um Anträge anzunehmen oder abzulehnen, falls ich einen „Conflict of Interest“ hätte. Das war aber sehr unwahrscheinlich, da ich nicht mehr im aktiven Berufsleben stehe und deshalb zum Beispiel keine Firma, mit der ich in Verbindung stehe, einen Antrag einreichen würde.

Bei dieser Aktion war ich Recorder, früher Rapporteur genannt (auf Deutsch etwa „Berichterstatter“). Ich habe also nicht selber Gutachten geschrieben, sondern war dafür verantwortlich, aus den Berichten dreier Gutachter einen zusammenfassenden Bericht zu schreiben, der als Grundlage dafür diente, dass sich die Gutachter auf einen gemeinsamen Bericht und die Bewertung einigen. Dafür gab es dann in der nächsten Woche für jedes Projekt eine Sitzung mit den Gutachtern, einem Moderator von der Kommission und mir, um einen Bericht zu erstellen, der den Konsens aller Gutachter widerspiegelt.

Zwischendurch hatte ich meine ca. fünfte Darmspiegelung in 6 Jahren, nichts richtig Beunruhigendes, aber mein Darm braucht halt Beobachtung. Wie (bis auf ein einziges Mal) ohne Sedierung, so dass ich die Fahrt durch den Darm auf dem Bildschirm verfolgen konnte.

Am Sonntag ging dann der Flug nach Brüssel und wie auf dem Rückflug ergatterte ich nur einen Mittelplatz. Ist nicht so schlimm, außer wenn, wie auf beiden Flügen passiert, die Leute am Fensterplatz während des Fluges unbedingt auf die Toilette mussten. Der Mittelplatz muss den Gang dan aufwecken und/oder scheuchen und sich selber in den Gang quälen. Nicht die einfachste und angenehmste Operation.

Apropos Klo: Einen meiner Mitgutachter habe ich am Urinal gesehen, wie er mit beiden Händen fest am Smartphone getippt und dabei Wasser gelassen hat. Eine Erstaufführung…

Das Hotel, dass ich mir ausgesucht hatte, war das Hotel Bloom! wie zwei Jahre zuvor. Es ist genau die Art von Hotel, das ich mag: Modern und nicht plüschig. Die Zimmer sind individuell von Künstlern zum Motto Blüten gestaltet, es gibt ein gutes Restaurant (das Smoods, in dem ich auch einmal gut gegessen habe). Und das Publikum ist bunt gemischt von wenigen Businessleuten, eher alternativen Touristengruppen bis hin zu Leuten, die den Eindruck machten, als ob sie zu Rockbands gehören.

Ich war wohl etwas hektisch aufgebrochen und habe dabei meine Medikamente vergessen, die ich täglich brauche. Nach telefonischer Rücksprache mit Hanna hat sie ein Päckchen per Kurier geschickt, das bis Mittwoch um 11 Uhr ankommen sollte, aber erst einen Tag später kam. Ich hab es überlebt.

Von Montag bis Donnerstag früh saß ich dann in Meetings, um die Berichte zu diskutieren und fertig zu stellen. Eigentlich war jede Runde auf 90 Minuten begrenzt, aber alle bis auf eine dauerten länger. Die Pausen waren dementsprechend kurz und zur Mittagspause gab es dann maximal ein Sandwich. Zum Glück gibt es einen guten Laden, den Google leider nicht kennt auf ihrer Karte (Apple auch nicht).

Am Dienstag gab es das übliche Abendessen im Hotel Crown Plaza 50m entfernt vom Gebäude Covent Garden, in dem die Begutachtung statt fand. Es kostete wie immer 50€, aber wenn ich noch einmal zu einer solchen Gelegenheit nach Brüssel kommen sollte, werde ich es auslassen, das Preis-/Leistungsverhältnis stimmt nicht für mich und das „Networking“ ist auch eher bescheiden.

Am Donnerstag konnte ich dann erst einmal Luft holen, mir war kein Antrag zum „Crossreading“ zugeteilt. Das Crossreading dient der Überprüfung der Ergebnisse der einzelnen Gruppen.

Am Freitag ging es dann im „Panelmeeting“ darum, die Bewertung der einzelnen Anträge gegeneinander zu prüfen. Ich musste zu 4 oder 5 Anträgen vortragen, da diese zu den Top 25 gehörten (von denen vielleicht ein Viertel tatsächlich gefördert werden). Das Meeting zog und zog sich. Ich verzog mich, nachdem ich meine Vorträge hinter mir hatte. Das war der Zeitpunkt, wo hektisch versucht wurde, für die noch benötigten Gutachter Flüge und Züge umzubuchen.

Ich bekam meinen gebuchten Flug und war froh, Hanna dann abends wieder zu sehen. Sie wohl auch!

Post to Twitter Post to Delicious Post to Digg Post to Facebook

Dieser Beitrag wurde unter Arbeitszimmer veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.