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Regionalexpress

Dienstag, 7. Juni 2011 | Autor:

Die Eisenbahnen in Mecklenburg-Vorpommern sind nicht so richtig auf einem modernen Stand. Da fahren Intercitys auf eingleisigen Strecken und halten in Citys wie Bützow oder Ribnitz-Damgarten.

Ein schönes Beispiel ist auch die Fahrt mit dem Regionalexpress von Berlin nach Greifswald, bei der man nachhaltig vor Augen geführt bekommt, das das Wort “Express” von der Bahn nur euphemistisch gemeint sein kann. Denn der Zug hält spätestens ab Eberswalde an jeder Milchkanne, wie man so schön sagt, mir sind jedenfalls keine Stationen aufgefallen, durch die er durchgefahren ist. Und eigentlich sollte ein Express schneller sein als ein “normaler” Zug, aber ich befürchte, dass es normale Züge auf dieser Strecke gar nicht mehr gibt.

Heute morgen wurde noch eine Steigerung erzielt. Der RE hielt irgendwann auf freier Strecke und ich schaute aus dem Fenster, wo denn die Baustelle oder das Problem war. Und siehe da, der Zug stand vor einem kleinen, wahrscheinlich sehr selten genutzten Landweg, bei dem die Schranke offen war, ich nehme mal an aufgrund eines Defekts.

Und da stand dann der Zug und ich kann mir sehr plastisch vorstellen, wie der Zugführer erst ganz konzentriert nach rechts schaut, ob ein Trecker, ein Fahrrad oder gar ein Auto kommt, dann sich auf die gleiche Weise noch einmal die linke Seite vornimmt, bevor er, um ganz sicher zu gehen, noch einmal die Pfeife betätigt, um dann gaaanz, gaaanz vorsichtig den Bahnübergang zu überqueren.

Wahrscheinlich kann so etwas wirklich nur in Mecklenburg-Vorpommern passieren, da sind die Wege halt für Reparaturtrupps sehr, sehr weit.

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Frage an Gastronomen

Mittwoch, 1. Juni 2011 | Autor:

Liebe Restaurantbetreiber, die ihr erschwinglichen Mittagstisch anbietet wollt, warum gibt es bei Euch immer und immer wieder Brokkoli, allein oder mit einigen wenigen anderen Gemüsen?

Sind grüne, weiße oder rote Bohnen, Saubohnen, Erbsen, Zuckerschoten, Möhren, Weiß-, Wirsing-, Rot-, Blumen- oder Rosenkohl, Schwarzwurzeln, Mangold, Spinat, Topinambur, Pastinaken, Rüben so viel teurer?

Und wo wir dabei sind, warum gibt es Kartoffeln meist als Wedges, Pommes Frites oder, ja, auch die 60er und 70er Jahre Art, Kroketten, soviel häufiger als Salz-, Pell- oder Bratkartoffeln?

Ist die Mehrzahl Eurer Gäste so einseitig in ihren wünschen? Ist das alles so viel billiger oder nehmt Ihr nur das, was Euer Großhandelslieferant in Tiefkühlform zur Verfügug hat?

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Lotus Notes

Freitag, 27. Mai 2011 | Autor:

In einem Artikel zu einem Forschungsprojekt von IBM über dieNutzung von Email schreibt SPON als Fazit:

Ausgerechnet IBM… Jenes Unternehmen also, dem die Welt Lotus Notes verdankt: Das überladene, nur sehr bedingt alltagstaugliche Datenbank- und Mailsystem quält jeden Tag viele Millionen Angestellte, weil sie von ihren Arbeitgebern zur Nutzung gezwungen werden. Bereits seit 2007 lädt die Webseite “I hate Lotus Notes” alle Nutzer dazu ein, den Frust über diesen “Angriff auf ihren Lebenswillen” zu teilen, statt zu verzweifeln, zu zerbrechen oder sich gleich aufzuhängen.

Ich bin einer dieser gequälten und habe dem eigentlich nichts hinzuzufügen.

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WTF

Donnerstag, 19. Mai 2011 | Autor:

Zur Zeit arbeite ich in Verhandlung mit der EU-Kommission an dem Vertrag für ein Projekt, was von den Gutachtern unter Auflagen angenommen wurde und an dem auch unsere Firma beteiligt ist. An diesem Kollaborationsprojekt sind 8 Organisationen beteiligt aus Deutschland (4) sowie Italien, Spanien, Finnland und Rumänien. Die Hauptaufgabe ist jetzt, sich mit dem Ansprechpartner bei der EU auf eine Description of Work (DoW) zu einigen, was so etwas wie ein Pflichtenheft ist, für die die etwas von technischen Projekten eine Ahnung haben.

Am Dienstag Nachmittag habe ich die erste Version der DoW an die Kommission abgeschickt, den Hauptteil als Word-Dokument in einem Modus, in dem die Änderungen gegenüber dem Antrag gekennzeichnet sind. Nur für die Arbeitspakete habe ich ein Onlinetool der Kommission benutzt, weil das einige notwendige Tabellen automatisch erzeugt wie Ergebnislisten, Meilensteine oder die Personalverteilung auf die Arbeitspakete.

Gestern war dann so ein Tag, wie er vorkommen kann. Zunächst kam unser Konsortialführer und beschwerte sich, dass ich bei ihm und uns zusammen 18.000 Euro zuviel abgezogen habe und dafür ein anderer Partner, den er (ein deutscher Professor) mir gegenüber schriftlich als Arschl…. und Fuzzi bezeichnet hat, eben diesen Betrag zuviel zugewiesen bekommen hat. Dazu muss man wissen, dass es sich um ca. 0,6 % der EU-Förderung handelt und wir als Konsortialführer das im laufenden Projekt locker wieder reinholen können. Wenn schon vor Projektbeginn schon solche Ressentiments aufgebaut werden, frage ich mich, wie das später mit der Zusammenarbeit klappen soll.

Nachdem ich die DoW abgeliefert hatte, habe ich ein webbasiertes Projektmanagementtool eingerichtet,  mit dem ich sehr gute Erfahrungen gemacht habe. Da kam dann ein anderer Projektpartner und meinte, es sei Firmenvorgabe, nie Daten im Web oder in der Cloud zu hinterlegen wegen der Datensicherheit. Da half es nicht, dass ich erklärte, dass die Daten in einem Hochsicherheitszentrum hinterlegt werden, täglich gesichert werden, wobei jede Sicherung für 7 Tage aufbewahrt wird, dass das Rechenzentrum gegen Naturkatastrophen, Stromausfälle und Eindringlinge gesichert ist und seit zehn Jahren keinen erfolgreichen Hack zu verzeichnen hatte. Nein, die Dokumente per Email zu verteilen wird als sicherer angesehen… Vorfälle wie der Datenverlust bei Amazon oder Lecks wie bei Sony helfen meinen Argumenten da nicht wirklich weiter. Dabei ist die Schwachstelle bei der Datensicherheit erwiesenermaßen der Mitarbeiter, der offiziell auf Daten zugreifen kann, und fahrlässig oder wissentlich die Datensicherheit untergräbt.

Zu guter Letzt kam dann der Ansprechpartner bei der EU und wollte die Beschreibung der Arbeitspakete als Worddokument mit Änderungsverfolgung haben. Hatte ich natürlich nicht, weil ich gedacht habe, mit der Nutzung des von der EU gewünschten Tools etwas besonders Gutes zu tun.

Aber was tut man nicht alles, mein Arbeitsvertrag läuft am Ende August aus, und wenn das Projekt was wird, dann ist ein neuer Vertrag über 3 Jahre sicher. So, WTF.

Übrigens, ich wurde auf Twitter darauf aufmerksam gemacht, dass Berlin einen Senator für WTF hat ;)

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Antwerpen Hauptbahnhof

Dienstag, 3. Mai 2011 | Autor:

Antwerpen Hauptbahnhof Blick nach oben

Foto: Edi Weissmann (originally posted to Flickr as DSC03398) [CC-BY-SA-2.0], via Wikimedia Commons

Heute bin ich zu einer Begutachtung nach Brüssel geflogen und von dort weiter mit dem Zug nach Antwerpen. Als ich in Antwerpen ankam, habe ich nicht wenig gestaunt über den dortigen Bahnhof.

Man hat die alte, kathedralenartige Bahnhofshalle des alten Kopfbahnhofs einfach untertunnelt mit einer modernen Untergrundkonstruktion. Es ergibt sich dann so, dass drei Bahnsteige auf jeder Seite des großzügigen Atriums übereinander liegen und man, wenn man mit der Rolltreppe aus der tiefe emporfährt. plötzlich in dieser großartigen aus der Hochzeit der Bahn steht.

So kreativ hätte man bei uns auch so etwas wie Stuttgart 21 planen können…

Antwerpen Hauptbahnhof Blick nach unten

Foto: Ad Meskens (Own work) [Attribution, CC-BY-SA-3.0 or GFDL], via Wikimedia Commons

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Drei und drei Leute

Donnerstag, 7. April 2011 | Autor:

Mir sind die Wochenende mit Hanna so viel wert, dass ich mich doch ein wenig in unserer Routine gestört fühle, wenn wir Gäste bekommen. Nur damit Ihr mich nicht missversteht: ich liebe es, wenn wir Gäste haben. Dieses Wochenende kommt unsere gute Freundin Elisabeth für eine Nacht zu uns, und trotzdem denke ich dann, dass unsere Zweisamkeit um einen Tag kürzer ausfällt. Aber man kann dagegen ja etwas machen. Und so sitze ich zur Zeit im ICE nach Berlin, und das am Donnerstag, weil ich mich kurzfristig entschlossen habe, morgen im Homeoffice zu arbeiten.

Am Tisch, an dem ich sitze, ergibt sich ein Bild, das die typischen Fahrgäste der Züge nach Berlin gut beschreibt. Auf meiner Seite drei Männer (mich eingeschlossen) mit aufgeklappten Laptops, die entschlossen arbeiten oder wenigstens so tun als ob. Der eine, vielleicht Mitte Dreißig, ein etwas hektischer Typ, der auf seinem Sitz herumrutscht und neben dem Tippen verzweifelt versucht, zu telefonieren, was auf der Strecke von Hamburg nach Berlin wegen der vielen Funklöcher nicht unbedingt einfach ist. Sein hektisches Tastaturgeklapper höre ich trotz der Musik, die über Ohrhörer auf meinen Ohren liegt. Neben ihm ein etwa gleichaltriger Typ, der das genaue Gegenteil darstellt. Mit sparsamen Bewegungen und stoischem Gesichtsausdruck bearbeitet er sehr konzentriert die Tastatur, und diese Ruhe strahlt auch auf das Mobilfunknetz aus, denn als er einen Anruf bekommt, klappt die Verbindung und ein längeres Gespräch offensichtlich ohne Funklöcher.

Am Tisch gegenüber ergibt sich ein ganz anderes Bild. drei recht fröhliche junge Leute, ein Paar und ein männlicher Begleiter. Der Tisch ist freigeräumt, kein Computer ist zu sehen außer einem Mobiltelefon, aber das ist ja heute schon fast unvermeidlich. Der frei geräumte Tisch wird für einen zünftigen Skat genutzt, wobei das Ungewöhnliche daran ist, dass der Skat mit Schafskopfkarten gespielt wird.

Berufspendler, Geschäftsreisende, junge Touristen und älter Personen auf Enkelbesuch, das ist so die typische Mischung auf bundesdeutschen Fernzügen, vielleicht ja auch überall.

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Mit der Bahn von Nord nach Süd

Donnerstag, 31. März 2011 | Autor:

Heute mittag bin ich von Hamburg-Harburg zu einem morgigen Termin nach Mannheim gefahren. Und zwar mit der Bahn, denn mit ihr brauchte ich vom Büro ins Hotel gut fünfeinhalb Stunden, mit dem Flugzeug wäre es über Frankfurt kaum schneller gegangen.

Da es zur Mittagszeit los ging, hatte ich nach dem Umsteigen in Hannover Hunger und ging in den Speisewagen. Die Mitropa versucht die Küche mit von Schubeck konzipierten Gerichten zu verbessern, ich habe mich aber an das auch schon in vor-Mitropazeiten gereichte Hühnerfrikassee gehalten.

Während ich kurz vor Göttingen am Essen war, kam ein leicht schwankender asiatisch aussehender Mann von etwa vierzig Jahren in den Wagen und setzte sich neben eine sehr hausfraulich aussehende Deutsche im Alter von etwa 60-70 Jahren und fing mit ihr ein Gespräch an. Seinem gebrochenen Deutsch war zu entnehmen, dass er seit 5 Jahren in Hamburg lebt, aus Estland stammt, aber eine kirgisische Mutter habe. Er sei auf dem Weg, seine Kinder in Nordhausen zu besuchen.

Geduldig und all ihre mütterliche Erfahrung ausspielend, unterhielt sich die Frau geduldig mit ihm und nahm seine Antworten in gebrochenem Deutsch zur Kenntnis. Sanft und mit der Unterstützung der Kellnerin und der Zugbegleitung hielt sie ihn davon ab, noch etwas zu Essen zu bestellen und sorgte durch beständiges Einreden dafür, dass er fluchend und “Sch..e” rufend tatsächlich in Göttingen den Zug verließ.

Die arme Frau war so erschöpft, dass sie sich an den Tisch einer anderen Frau in gleichem Alter setzte und mit ihr einen Kaffee trank, wobei sie mehrfach bemerkte, dass sie so etwas noch nicht erlebt habe. Danach war es ruhig im nur spärlich besetzten Speisewagen.

Wenn der Zug in den Mittelgebirgen um Kassel nicht in dunklen Tunneln war (in denen teilweise der Empfang mit dem iPhone erstaunlicherweise besser als außerhalb war), zog draußen die mittlerweile doch recht grüne Landschaft vorbei. Auf den Feldern waren Gruppen von wild und sogar ein Storchenpaar zu sehen, das einen sprießenden Acker nach Nahrung absuchte.

Langsam wurden die Backsteinhäuser in den Dörfern durch weiß verputzte 1-2-Familienhäuser, die norddeutschen Kirchen mit ihren wehrhaften Türmen durch solche mit Zwiebeltürmen ersetzt.

Und als dann der Zug die Rhein-Main-Ebene erreichte, wurde plötzlich klar, dass Frühling ist. Die Forsythien zeigten nicht nur Knospen, sondern standen in voller gelber Blüte, es gab Bäume voll mit rosa, andere mit violetten Blüten. Besonders auffällig allerdings waren die vielen Sträuche und Bäume mit dichtem Besatz von weißen Blüten, bei den mein noch vom Winter beeinflusstes Gehirn sich zuerst noch wunderte, wie sich den bei diesen Temperaturen und um diese Tageszeit so ein dicker Reif entwickeln könne.

Noch einmal wurde dann das frühlingshafte Denken aus aktuellem Anlass doch getrübt, als der Zug den Bahnhof von Biblis passierte. Doch dann war Mannheim erreicht, übrigens auf die Minute pünktlich.

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Europäisches Haus

Donnerstag, 24. März 2011 | Autor:

Europäisches Haus Berlin

Gestern war der Anlass, aus dem ich die ganze Woche in Berlin bin, denn dieser Anlass war mittendrin (in der Woche). In der Vertretung der EU-Komission am Pariser Platz gab es eine Veranstaltung zum Umweltprogramm der EU, dem LIFE+-Programm.

Ich war schon ein paar Jahre nicht mehr am Brandenburger Tor und es hat sich doch eine ganze Menge verändert. Bei strahlendem Sonnenschein waren sehr viele Touristen unterwegs, besonders Spaniern scheint Berlin zu gefallen. Dazwischen die Lobbyisten und Beamten, deren Mittagessen wohl aus Donuts und Kaffee zu bestehen scheint und der eine oder andere Politiker, z.B. habe ich Franz Müntefering etwas verloren in Richtung Unter den Linden laufen sehen.

Die Mischung der Gebäude ist interessant, das Adlon mit seinen schweren schwarzen Fahrdienstlimousinen davor, die Botschaften mit ihren schweren schwarzen Diplomatenlimousinen. Zwei Banken, aber auch die Akademie der Künste, ein größeres Polizeiaufgebot an der abgesperrten Straße zur britischen Botschaft (wobei interessanterweise an der US-Botschaft keine Polizei zu sehen war, dazwischen Andenkenverkäufer und Würstchenbuden.

Im Zusammenhang mit der Kanzlerbahn (der U55) ist die S-Bahnstation “Unter den Linden” in Brandenburger Tor umbenannt worden, zum Glück hat man wenigstens eins der alten gekachelten Stationsschilder in der Station gelassen, ansonsten hängen die blauen Einheitsschilder. Wahrscheinlich als Ausgeich hat man dafür das U-Bahn-Zeichen direkt vor dem Europäischen Haus antikisierend gestaltet, einschließlich des Stationsnamens in Frakturschrift.

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Eingesperrt

Samstag, 12. März 2011 | Autor:

Motorrollereskorte

So teilweise skurril, wie die Woche begonnen hatte, endete sie auch. Morgens kurz nach acht Uhr machte ich einen kleinen Spaziergang, bevor ich das teure Frühstück vermeidend in einem kleinen Café ein Schokocroissant und einen doppelten Espresso zu mir nahm, also ein eher französisches Frühstück.

Auffällig war die große Polizeipräsenz. Etwa als ich dieses Foto aufnahm, bog hinter mir eine Kolonne von schwarzen Limousinen, gepanzert und mit Blaulicht auf die Place Rogier ein. Offensichtlich irgendwelche Teilnehmer am Ratstreffen, die besonders geschützt werden mussten. Die etwas witzig wirkende Motorrollereskorte auf dem Foto, die auf dem Platz bereit stand, folgte der Limousinenkolonne sofort. Das links zu sehende BMW-Motorrad der Militärpolizei Belgiens sah offensichtlich keinen Grund einzugreifen.

Weitere Stationen meines Aufenthaltes in Brüssel sind auch zu sehen. Das beige Gebäude rechts vom Kran ist das bereits erwähnte Hilton-Hotel und hinter dem Kran das etwas hellere, hinter den blauen Glasfassaden etwas mickrig aussehende Gebäude ist das Gebäude, das von verschieden, mit der Forschung befassten Abteilungen der Europäischen Kommission benutzte Gebäude.

Im Zusammenhang mit der Evaluierung von Anträgen habe ich das Gebäude mit dem eher nach Unterhaltung klingenden Namen “Covent Garden” schon einmal erwähnt, mein Meeting am Freitag war allerdings bei der Research Executive Agency in diesem Gebäudekomplex. Dies Meeting hatte etwas internierungsmäßiges an sich. Der Raum war nur zu erreichen und (!) zu verlassen mit der Hilfe eines Mitarbeiters der Agentur, das heißt, wir alle, ca. 25 Forscher aus Europa, waren für den Tag im Bürokomplex gefangen.

Mein Nachbar, ein Repräsentant der Firma, die wir für dieses Projekt unterstützen, hatte über seinen Blackberry aber Zugang zu Informationen aus der Welt und versorgte mich mit Aktuellem zu Erdbeben in Japan und den Konsequenzen für die Atomindustrie.

Was aber uns alle, die an dem Treffen teil nahmen, am meisten störte, war die Tatsache, dass es den ganzen Tag keinen Kaffee gab. Ich habe das am Flughafen mit dem Genuss eines Leffe Bruin und später in Berlin mit zwei bairischen Bieren kompensiert.

Letztlich war die Ankunft zuhause einfach schön, auch wenn Hanna schon zu müde war, um meine Ankunft entsprechend zu würdigen.

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Verquere Woche

Freitag, 11. März 2011 | Autor:

Terminal A Flighafen Zaventem Brüssel

Eigentlich war die Woche schon eher ungewöhnlich geplant: Ich wollte bis Mittwoch in Hamburg sein, abends nach Berlin fahren und dann am Donnerstag von Berlin zu eine Meeting am Freitag in Brüssel fliegen. Ich kann es nämlich nicht, für einen Flug Hamburg-Brüssel-Berlin das Doppelte zu zahlen, was ein Flug HAM-BRU-HAM oder SXF-BRU-SXF kostet. Und es hatte den geplanten Nebeneffekt, in der Woche eine Nacht zuhause zu sein.

Dann kam die Ankündigung von Bahnstreiks und ich fuhr zur Sicherheit schon am Dienstag nach Berlin, denn stundenlang auf irgendwelche Züge zu warten, die dann auch noch überfüllt sind, darauf hatte ich keine Lust und die Ankündigungszeit von 12 Stunden ist nun wahrlich nicht sehr lang. Der Streik fand dann erst Donnerstagmorgen statt, ich hätte also gut in Hamburg bleiben können, aber sicher ist halt sicher.

Gestern also ab nach Schönefeld und mit Easyjet nach Brüssel. An Bord das übliche Billigfliegerpublikum, ein Gemisch aus Familien, Partygängern und Businessleuten. Quer über den Gang saß ein Businessmensch der sich eine Trinkschokolade kaufte zum Preis von 1,50 € und dafür eine Quittung verlangte. Vor ihm saß ein etwa 8-9 Jahre altes Mädchen aus einer Großfamilie mit quietschgelben Kopfhörern auf dem Kopf, das virtuos auf seinem iPod Touch herumfuhrwerkte und im Zweiminutentakt ein anderes Spiel aus der offensichtlich reichen Sammlung auswählte, bis es dann irgendwann keine Lust mehr hatte und zu den traditionellen Buntstiften griff. Was heißt traditionell, es hatte ein Malbuch, in dem jeweils 2 Seiten Fotos von Fotomodellen abgedruckt waren und dann Umrisse eben dieser Models folgten, dem ein modernes Mädchen dann die Klamotten anmalen kann. So konzentriert, wie das Mädchen war, so rückte es etwa alle 10 Sekunden die offensichtlich schlecht sitzenden Kopfhörer gerade. Das scheint mir übrigens momentan ein Trend zu sein: die Ohrstöpsel der MP3-Player werden mehr und mehr gegen besonders große Kopfhörer ausgetauscht, die dann in einem großen Kontrast stehen zu den immer kleiner werdenden Musikgeräten.

In Brüssel gab es dann die zwanzigminütige Wanderung zu Flughafenausgang, weil dort ein etwa 600m langes Terminal auf das Flugfeld gebaut ist, bei dem der Ausgang am einen Ende und der Ankunftsflugsteig für Easyjet am anderen Ende liegt (siehe Bild oben). Hat man die Halle durchquert, darf man noch unter dem Flugfeld zum alten Terminal wandern (siehe Bild unten). Was waren das noch Zeiten, als man ganz bequem mit Bussen von und zum Flieger transportiert wurde!

In Brüssel dann ins Hilton eingecheckt (über die letzten Jahre werden die Flüge für mich immer billiger und die Hotels immer luxuriöser). Für Brüsseler Verhältnisse ist das Hotel mit dem Tarif für Gäste der EU-Kommission gar nicht mal so teuer, dafür wird bei den Nebenpreisen zugeschlagen: 22 € für 24 Stunden Internet bzw. 30 € für das Frühstück, das muss man sich mal vorstellen.

Aus einer Gegenreaktion habe ich dann gestern Abend einen meiner zwei jährlichen Besuche bei einer großen Burgerkette gemacht.

Weg zwischen Terninals A und B, Zaventem, Brüssel

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Thema: Arbeitszimmer, Wohnzimmer | Beitrag kommentieren