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Mit dem Zug nach Istanbul

Freitag, 23. Juli 2010 | Autor: Axel

Über NutriCulinary bin ich auf ein höchst lesenswertes Blog gestoßen. Tina Uebel, eine Hamburger Schriftstellerin, tritt am 1. September ein zweimonatiges Stipendium in Shanghai an und hat beschlossen, den Weg dorthin nicht mit dem Flugzeug, sondern auf dem Landweg, meist mit dem Zug, zu bewältigen und darüber in einem Blog zu berichten: auf dem Landweg von Hamburg nach Shanghai.

Besonders hat mich natürlich der erste Teil der Reise interessiert: von Hamburg über Belgrad und Sofia nach Istanbul. Vor fast 40 Jahren habe ich mehr oder weniger die gleiche Reise auch gemacht, allerdings mit dem Startpunkt Frankfurt. Damals war der Zug noch das bevorzugte Gefährt der türkischen Gastarbeiter auf Heimaturlaub und so war der Zug damals zur Sommerzeit gut besetzt: von Frankfurt ging es über Österreich und dann weiter auch über Belgrad und Sofia nach Istanbul.

Ich erinnere mich, dass damals die Deutsche Bundesbahn für diese Strecke ihre ältesten Wagen ausgegraben hatte, die Abteile hatten 8 nicht verstellbare Sitze, die für die insgesamt 50 Stunden dauernde Fahrt vollbesetzt nur wenig Bequemlichkeit boten. Schon kurz nach Frankfurt kam der Zug zum stehen, weil eine Tür während der Fahrt aufgegangen war, sie wurde für den Rest der Reise dann mit einem strammen Bindfaden festgezurrt. Im Laufe der Fahrt kam man mit den Leuten ins Gespräch, es wurde der Reiseproviant miteinander geteilt. Die bulgarischen Grenzbeamten mit ihrer unfreundlichen Art, die brutal die Toiletten aufschlossen, egal ob sie einer echt benutzen musste oder sich dort verstecken wollte, wurden gemeinsam überstanden. Je weiter die Fahrt dann in die Türkei ging, wurden die fliegenden Händler entlang des Zuges immer mehr, sie waren auch willkommen, um die schwindenden Vorräte mit frischem Obst und Getränken aufzufüllen.

Müde und erschöpft kamen wir damals am Bahnhof Sirkeci an, es war ein Glück, dass wir nette Türken im Zug kennengelernt hatten, die uns natürlich erst einmal durch das orientalische Gewirr in den ägyptischen Basar zu einem verwandten Vogelhändler lotsten und von dort aus unsere Unterkunft in einem billigen, sauberen Hotel auf der asiatischen Seite der Stadt organisierten.

Es ist interessant, meine Erinnerung von damals mit der heutigen Reisebeschreibung zu vergleichen. Im Zuge der Verbreitung von Autos und der Erschwinglichkeit von Flügen hat sich das Reisen mit der Bahn nicht unbedingt verbessert: einen durchgehenden Zug gibt es nicht, in der Türkei hat Tina Uebel sogar auf einen Schienenersatzverkehr ausweichen müssen. Da war es doch trotz der unbequemen Wagen damals angenehmer. Und auch schneller.

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Frühstücksei

Mittwoch, 14. Juli 2010 | Autor: Axel

FrühstückseiDas Frühstück im Dorint-Hotel in Mannheim war wirklich gut. Es gab alles was man sich so wünscht, sogar etwa 8 verschiedene Säfte, eine reichhaltige Aufschnitts- und Käseauswahl (einschließlich sehr guter, deftiger, “hausgemachter” Würste) und frische, nicht mit Treibmittel aufgeblasene Brötchen.

Bacon und Rührei waren vorhanden, obwohl sie nicht zum klassischen Repertoire eines deutschen Frühstücks gehören. Ich war aber eher aus auf das weich gekochte deutsche Frühstücksei und griff dann beim Korb mit den gekochten Eiern zu. Leider waren die aber hart gekocht, wie meist bei den Frühstücksbuffets in deutschen Hotels. Wahrscheinlich war das diesmal meine eigene Schuld, ich hätte wohl einfach beim Personal nach einem weich gekochten Ei fragen müssen, aber das ist nicht so meine Art.

In diesem Zusammenhang fiel mir eine Begebenheit aus einem Hotel im Mittelmeerraum ein, wahrscheinlich war es in Griechenland. Auch da hatte ich beim Eierkorb zugegriffen und dachte gleich, oh, wieder ein kalt gewordenes hart gekochtes Ei. Beim Aufschlagen floss mir dann das Eiweiß entgegen und tapfer, wie ich war, aß ich das offensichtlich rohe Ei. Danach wies mich jemand dezent darauf hin, dass das Hotel das Eierdilemma auf eine sehr pragmatische Weise gelöst hatte. Neben dem Korb mit rohen Eiern satnd ein Eierkocher und jeder Gast konnte damit sein Ei nach eigenem Gusto zubereiten.

Hätte ich vorher wissen sollen.

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Mannheim

Mittwoch, 14. Juli 2010 | Autor: Axel

Bald gras ich am Neckar, bald gras ich am Rhein,
bald hab ich ein Schätzel, bald bin ich allein.

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Das obige volkstümliche Lied fiel mir gestern ein, als ich gestern zum ersten Mal in meinem Leben auf meinen Füßen in Mannheim stand (vorher bin ich nur auf Eisenbahn- oder Autorädern dort gewesen). Beide Flüsse habe ich gesehen, was kein Wunder ist, denn der Neckar mündet dort in den Rhein.

Viel Zeit hatte ich nicht, morgens die Fahrt nach Mannheim, nachmittags Gespräche beim Kunden, ein kleiner Spaziergang durch die Stadt, Essen und dann ab ins Hotel. Wenigstens hatte ich Zeit für den signifikanten Wasserturm. Und die Einkaufszone, denn ich hatte beim Aufbruch aus Berlin meine Wochenration an Hemden vergessen und musste dann für Ersatz sorgen: ein kurzärmeliges Hemd, ein Poloshirt und, angesichts des Wetters sprang noch eine dreiviertellange Hose dabei raus. Auf das schöne Barockschloss konnte ich leider nur einen kurzen Blick aus dem Taxi werfen.

Auffällig an Mannheim ist das gut ausgebaute Straßenbahnsystem, auch durch die Einkaufszone in der Heidelberger Straße fährt (nur) die Bahn. Andererseits ist der Fußgängerbereich nur sehr klein, auch in der Innenstadt fahren noch viel Autos und viele Straßen sind autogerecht ausgebaut, die Fußgänger stehen jedenfalls am Ende der Verkehrskette.

Mannheim Heidelberger Strasse

Um mir etwas Gutes zu tun, hatte der Kunde mich ins Dorint-Hotel gebucht und gesagt, die Rechnung übernähme die Firma direkt. Erklärung wegen des Treffens: ich hätte doch wohl Schwierigkeiten mit der Abrechnung eines 275€-Zimmers im (quasi-)öffentlichen Dienst. Als (Ex-)Hamburger sind mir Hotel dieser Kategorie ein wenig zu gediegen und das WLAN mit 15€ pro Tag zu teuer (wie gut dass es UMTS-Sticks gibt), aber das Frühstücksbuffet war dafür exquisit.

Der Kunde hatte mir gesagt, dass Hotel gehe auf ihn, ich hätte nur die Minibar zu zahlen. ich bin also brav am Morgen an die Rezeption und habe mein Bier und die Cola Light zur Zahlung angemeldet. Um so größer war die Überraschung, als mir gesagt wurde: “Ist schon in Ordnung, das geht aufs Haus!”

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Hotels, mein Portemonnaie und die FDP

Montag, 28. Juni 2010 | Autor: Axel

Eigentlich finde ich das deutsche System mit der Abrechnung von Reisekosten mit Pauschalsätzen gar nicht so schlecht. Zu oft habe ich es erlebt, dass ich mit einer internationalen Gruppe irgendwo essen war und am Schluss die Gesamtrechnung der Einfachheit halber durch die Zahl der Teilnehmer geteilt wurde. Alle Nichtdeutschen brauchten dann eine Quittung, das Essen abrechnen zu können (mal abgesehen davon, dass 80% ihre Teilrechnung dann mit Kreditkarten zahlen wollten), die Deutschen haben dann ihre Pauschale.

Bis zum Ende des letzten Jahres war das dann auch mit der Hotelübernachtung in Deutschland sehr bequem. In der Übernachtung war das Frühstück mit eingeschlossen und im Gegenzug wurden mir dafür, dass die Firma die Rechnung erstattete, von der Pauschale ein Betrag von 4,50 € abgezogen. Soweit so gut, die Reisekostenpauschale ist ja letztlich nicht zum Verdienen da, sondern zur Erstattung der Mehrkosten.

Dann kam die FDP, senkte die Mehrwertsteuer für Hotelübernachtungen von 19 auf 7 Prozent. Nicht dass dadurch die Hotels billiger geworden wären, nein, für mich wurden sie meist teurer. Denn die FDP hatte vergessen, auch die Steuer auf das Frühstück auf 7 % zu senken. Dadurch muss bei einem Hotel mit eingeschlossenem Frühstück die Mehrwertsteuer auf das Frühstück extra ausgewiesen werden, und damit wird auch der Preis für das Frühstück transparent. Mehr und mehr Hotels ist das zu blöd, deswegen muss bei immer mehr Hotels das Frühstück extra bezahlt werden.

Die Steuersenkung der FDP hat also folgenden Effekt:

  1. Der Preis der Übernachtung bleibt gleich.
  2. Das Frühstück kommt jetzt extra dazu.
  3. Mein Rekord: 58 € Übernachtung, Frühstück 12 €.
  4. Die Erstattung nach dem Hamburgischen Reisekostengesetz bleibt bei 4,50 €, die mir jetzt nicht mehr abgezogen werden.

Eigentlich sind ein großer Teil der Leute die Dienstreisen machen, dem sogenannten Mittelstand zuzurechnen und damit die angenommene Klientel der FDP. Denen wird das Geld aus der Tasche gezogen (oder die Ernährung verschlechtert ;) )

Ich weiß, warum ich mich nicht dazu zähle.

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Thema: Arbeitszimmer, Hotelzimmer | Ein Kommentar

Nachtrag

Sonntag, 27. Juni 2010 | Autor: Hanna

Es ist zwar schon Wochen her, aber ich möchte ein paar Bilder aus England, von unserer Terrasse und von einem wunderschönen Ausflug mit Uwe und Frank ins Netz stellen. Mein Dell Alienware hat das erste Mal schlapp gemacht, es dauerte insgesamt 2 Wochen, bis er wieder funktionierte und das ganze WE für Axel, um die gewohnten und notwendigen Programme wieder einzurichten, denn ich hatte kein komplettes Sicherheitsupdate und die Platte wurde ausgetauscht. Axel hat für die Zukunft eine bessere Sicherung vorgesehen, manches ist jetzt nagelneu und ich finde es besser.

Ich fange mal mit England an. Wir wollten im Mai einen Frühlings-Rhododendron-Trip nach England machen, Michael besuchen und in North-Norfolk Gärten und Landhäuser besuchen. Hat auch alles bis auf Frühling und Rhododendron geklappt.

In London angekommen, zog es mich, glücklicherweise folgten Michael und Axel meinem lauten Flehen, in ein Pub in der Cattlecrossingstreet. Michaels Wohnung ist ja in der Nähe des alten Schlachthofes, also macht der Name auch wirklich Sinn. Und es gab einen typischen Steak and Kidney Pie, der hausgemacht war und ganz doll lecker.

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Ach ja, ich habe trotz des Wetter…..6 Grad Celsius und steter Nordwind ganz ganz viele Blumen fotografiert und natürlich meinen ersten Aufenthalt in England mit einer eigenen Kamera. Axel ist ja eigentlich der Bildreporter dieses Blogs, also ich bin nur die Ergänzung.

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Und das sind sie, die alten Hallen des Marktes und Schlachthofes, aus der Zeit des Jugendstils, wunderschön restauriert und in einer Farbenpracht, die auch das kälteste, trüb-graue Wetter überwindet.

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Und vor den Restaurants waren überall Blumenkästen und Beete, wie ich sie eigentlich nur aus Mittelmeerländern kenne…aber die Engländer hatten schon immer etwas Besonderes mit ihrer Gartenkultur.

Angekommen in Little Brittain, der Straße , in der Michael wohnt.

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Und dann ging es an nächsten Tag aufs Land…Richtung   Norden.

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Sherringham, ein ehemals kleines Fischerdörfchen, das sich in der Zeit von Queen Victoria zu einem der ersten Seebäder in England entwickelt hat. Es ist geprägt von kleinen Fischerkaten, wirklich winzigen zweistöckigen Häusern, aus Mauerwerk, das mit den runden Steinen, großen Kieseln, die man am Stend findet, Feuerstein verputzt sind.

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Und wieder überall kleine Blumenanlagen, im Mauerwerk, im Vorgarten, der winzig ist, jede Sonnenecke ausnutzend um Pflanzen gedeihen zu lassen, die bei dem rauhen Klima eigentlich keine Chance hätten.

Ich wollte ja genau das sehen und meine beiden liebenswerten männlichen Begleiter fügten sich´meinem Wunsch und wir sind an einem der nächsten Tage nach Fellbrigg Hall gefahren um ein für mich ganz neues Museumserlebnis zu erfahren. Die Mitarbeiter dieses Landsitzes der mit allen Möbeln, Bildern und küchenutensilien aufgrund fehlender Erben erhalten ist, sind alle Freiwillige, die mit einer Begeisterung in jedem Raum Fragern zur Verfügung stehen.

Und für mich das Tollste waren die Blumengestecke, die ich aufnehmen durfte und die von den Mitarbeitern in den Gärten vorbereitet und dann wöchentlich neu arrangiert werden. Jetzt nur Bilder:

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Es gibt in Felbrigg einen Walled Garden, wo alle Pflanzen, Blumen und Gemüse geschützt vorgezogen werden, um sie dann in aller Pracht im Haus zu verwenden.

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Es war ein Augen-und Nasenschmaus.

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Und dann war da noch die Kirche, in die man mit dem Hund zur Besichtigung gehen konnte. Glückliches England!!!

Blumen und Gärten sind meine Freude und es war eine besonders schöne Gelegenheit mit Uwe und Frank in die Gärten der Welt in Marzahn zu gehen.

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Beide sind ja ausgemachte China-Fans und so hat uns gemeinsam der Chinesische Garten wohl am Besten gefallen, mir allein aber der Orient Garten, denn er hat mich so an Axels und meinen Andalusien Urlaub erinnert. Nur Bilder:

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So, das war’s erst mal….in zwei Tagen kommt meine Familie aus Kanada, Norddeutschland, Süddeutschland um den 90. Geburtstag meiner , unserer Mutter, Großmutter, Urgroßmutter, Großtante zu feiern, ich freue mich riesig sie alle zu sehen, und dann kommen unsere lieben Freunde Elisabeth und Börje aus Schweden zu Besuch. Viele Emotionen, und ich hoffe ich vergesse nicht zu fotografieren bei all der Aufregung.

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Staatsempfang

Donnerstag, 24. Juni 2010 | Autor: Axel

Kaiserburg in Nürnberg

Die Tagung und dazu das 20jährige Bestehen der KOWI verschaffte mir die Gelegenheit an einem Empfang der bayerischen Staatsregierung teilzunehmen. Dieser fand auf der hoch über der Stadt Nürnberg thronenden Kaiserburg statt. Es führt ein steiler Weg hoch, aber da ich schon vorher einige Male in Nürnberg war, konnte ich das vermeiden und fuhr mit dem Taxi an aufgrund des sommerlichen Wetters heftig schwitzenden Tagungsteilnehmern vorbei mit dem Taxi direkt in den Burghof. Aber auch die eifrigen Bergsteiger wurden dann vom herrlichen Ausblick auf die Dächer der Stadt Nürnberg belohnt.

Blick von der Kaiserburg auf Nürnberg

Der Empfang war auf 20 Uhr angesetzt, und wie das so bei solch einem Empfang üblich ist, begann er mit Dankes- und Lobesreden, erst der Präsident der Friedrich-Alexander Universität Nürnberg-Erlangen (wahrscheinlich einer der längsten Uninamen in Deutschland), danach eine launige Rede des Staatsministers für Bildung und zu guter Letzt redete die Vorsitzende der DFG und gleichzeitig Vorsitzende des KOWI-Trägervereins.

Es war erstaunlich, die Reden begannen nicht mit leichter Verspätung, wie meist üblich, sondern einige Minuten früher, sie strotzten vor mehr oder weniger gelungenen Fußballmetaphern. Und der Staatsminister verschwand auch nicht gleich nach der Rede, sondern der Dienstwagen stand auch gegen 22:30 noch auf der Burg.

Grund war die im Festsaal aufgebaute Großleinwand, auf der EU-Forschungsreferenten aus ganz Deutschland das Spiel zwischen Ghana und Deutschland beobachten konnten, was dazu führte, dass das aufgebaute Buffet weniger Zuspruch fand als sonst bei solchen Gelegenheiten.

Kaiserburg Nürnberg bei Nacht

Im Dunkeln ging es dann den steilen Weg hinunter in die Stadt, wo die Straßen voll waren von Menschen, die feierten, als wäre Deutschland schon Weltmeister geworden. Besonders in der Nähre des Hauptbahnhofs strömten die Massen von der Nürnberger Fanmeile, so dass die Polizei die Straßen für Fahrzeuge sperren musste.

Siegesfeier in Nürnberg

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Nürnberg

Mittwoch, 23. Juni 2010 | Autor: Axel

Nürnberg

Nach absolut pünktlicher Ankunft in Nürnberg, wo ich an der KOWI-Bundestagung für EU-Förderung teilnehme, kam ich pünktlich am frühen Abend in Nürnberg an, obwohl die Deutsche Bahn mal wieder wegen eines Defektes einen Ersatzzug einsetzen musste.

Nach dem Einchecken ins Hotel wollte ich nur noch schnell irgendwo eine Kleinigkeit essen, ein Bier trinken und etwas Fußball schauen. Wie gut dass das Hotel nur ein paar Schritte von der Altstadt entfernt ist, wo fast jede Kneipe einen Fernseher aufgebaut hat. Bei Paulaner gab es ein gutes dunkles Bier. Dazu nutze ich es immer aus, wenn ich in Bayern, oder genauer, in Franken bin, dass es hier noch die Kultur der Brotzeit gibt, und bestellte mir Abendbrot in Form von Brot mit Jungschweinebraten: köstlich!

Das Fußballschauen lief dann aber eher mehr nebenbei, denn ich half einem Amerikaner bei seinen sprachlichen Problemen, einen lokalen Schnaps zu bestellen und kam mit ihm ins Gespräch. Dave ist ein Marketingberater aus der Nähe von Boston, der weltweit die Elektronikindustrie berät und sich als absoluter Europafan entpuppte, der für seine Deutschlandbesuche sogar eine Bahncard besaß, seine Kleidung nur in Europa kauft und dabei penibel darauf achtet, nichts aus chinesischer Produktion zu kaufen.

Es wurde ein netter Abend mit Gesprächen über Fußball, USA, Europa und alles mögliche.

Aus diesem Anlass ein kleiner Spot von John Cleese, der Amerikanern den Fußball erklärt.

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England Tag 7 und Schluss: Newmarket, London, Berlin

Sonntag, 16. Mai 2010 | Autor: Axel

Am Freitag haben wir dann unsere Zelte in Sheringham abgebaut und uns auf die gemütliche Fahrt nach London gemacht. Über Landstraßen ging es zurück mit einem Stopp bei einem Tesco-Supermarkt in Brandon. Hier hatten Hanna und ich schon vor viereinhalb Jahren einen Stopp eingelegt und Hanna wollte das Roast Beef noch einmal mitnehmen. Leider war die Fleischtheke mit Bedienung nicht mehr da und durch eine Selbstbedienungstheke ersetzt, aber es wurden noch Bacon, Cheddar und Roast Beef für Berlin eingekauft, auch Marlin, der unsere Tiger während der Reise versorgte, wurde beim Einkauf mit bedacht.

Newmarket

Zum Lunch machten wir eine Pause in Newmarket, einem Marktflecken mit einer Hauptstraße, die oben im Bild zu sehen ist. Ansonsten ist die Stadt voll auf Rennpferde ausgerichtet, es gibt unheimlich viele Ställe, Trainingsgelände für Pferde, Reitwege, ja sogar Ampeln, die speziell geschaltet wurden, um Pferden den Weg über die Straße zu ermöglichen. Wir fanden ein Pub mit gutem Essen, Michael machte dazu eine Bemerkung: “Normalerweise ist die Speisekarte besser als das Essen, aber in diesem Pub ist es umgekehrt.” Interessant war die Anhäufung von kleinen drahtigen Männern, ehemalige oder verhinderte Jockeys, die aufmerksam die Übertragung von Pferderennen auf dem Riesenflachbildschirm verfolgten, die Wettzettel von Ladbrokes griffbereit, es wechselte auch der eine oder andere Geldschein den Besitzer für offensichtlich illegale Wetten.

Weiter ging es nach London, der Wagen wurde aufgetankt und direkt bei Sixt abgegeben, um die Congestion Charge zu vermeiden. Das Taxi zu Michaels Wohnung kostete etwa soviel wie die Maut und wir waren froh, als wir endlich das überheizte Taxi im Schatten von St Pauls verlassen konnten.

St Pauls Cathedral

Während Michael und Hanna sich erst einmal ausruhen wollten, brauchte ich nach der Fahrt als Chauffeur ein kühles Bier und suchte das nächste Pub auf, das Lord Raglan, in dem am Freitagnachmittag viele Angestellte der Londoner City das Wochenende einläuteten.

Pub Lord Raglan

Am Sonnabend war natürlich der Zugverkehr wieder unterbrochen, wir nahmen also ein Cab zur London Bridge Station, von wo wir in weniger als 30 Minuten nach Gatwick transportiert wurden.

Zug nach Gatwick

Letztlich waren wir froh, wieder in Berlin zu sein, freuten uns auf unsere Viererbande, obwohl wir die Woche voll genossen hatten.

Berlin Flughafen Schönefeld

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England Tag 6: Morston Hall

Freitag, 14. Mai 2010 | Autor: Axel

Möwen am Ufer von Sheringham

Der Donnerstag war im Wesentlichen ein Ruhetag, bis auf einen kleinen Spaziergang, den ich mit Michael gemacht habe. Ansonsten haben wir der Dinge geharrt, die da kommen sollten, wie es die Möwen im Bild oben machen.

Schon in Berlin hatten wir abgemacht, dass wir Michael richtig gut zum Essen einladen wollten und die Internetrecherche hatte ergeben, dass es nicht weit von Sheringham ein sehr gutes Restaurant gibt, nämlich Morston Hall.

Schild von Morston Hall

Morston Hall ist in dem kleinen Dorf Morston gelegen, nicht weit von der Nordsee weg. Die Taxifahrt von Sheringham dauerte nur gut 20 Minuten (Michael hatte darauf bestanden, ein Taxi zu spendieren, damit ich auch meinen Wein trinken konnte). Das Restaurant hatte meine Aufmerksamkeit erregt nicht nur wegen des einen Michelinsterns, den es verliehen bekommen hatte, sondern auch wegen der Kochphilosophie des Chefs, Galton Blackiston, die derjenigen, die ich seit Jahren vertrete recht gut entspricht:

My approach is to use fresh locally sourced ingredients to create simple yet delicious meals. I believe that real cooking involves using the highest quality locally sourced seasonal ingredients and cooking it as simply as possible. It’s simple things done well rather than complicated things done badly that really interests me.

Mein Ansatz ist es, frische lokale Zutaten zu verwenden, um einfache, aber leckere Gerichte zu schaffen. Ich glaube, dass gutes Kochen zur Voraussetzung hat, das man vor Ort bezogene saisonale Zutaten benutzt und diese so einfach wie möglich zubereitet. Ich interessiere mich wirklich für gut gemachte einfache Dinge anstatt für schlecht gemachte komplizierte Gerichte.

Morston Hall

Im Restaurant gibt es nur ein festes Menü, dass morgens anhand der erhältlichen Zutaten ausgewählt wird. Gegessen wird um acht Uhr, alle Gäste werden gleichzeitig bedient. An unserem Abend sah das Menu wie folgt aus:

  • Spargelcremesuppe mit Parmesanschaum
  • Zelebration lokaler Frühlingsgemüse mit Hühnereigelb und frischen Trüffeln
  • Leicht panierte lokal gefischte Scholle mit Zwiebel-/Kapernmarmelade
  • Geschmorte Schweinelende mit Karottenpüree, eingelegter Zwiebel, angedünsteter Wasserkresse, Parmentierkartoffeln und Jus mit Armagnac
  • Käseauswahl mit hausgemachten Biskuits, Quittengelee und Rosinen-/Walnussbrot (alternativ hätte man als Dessert eingedickte Milch mit Lab und ökologischem Rhabarbersorbet essen können)
  • Zum Schluss Kaffee mit Petit Fours

Das Essen war wirklich gut. Ich kenne natürlich die genauen Kriterien der Michelintester nicht, aber es gibt sicher einige Sachen zu verbessern, nicht am Geschmack und den Zutaten, das war wirklich exzellent. Der Service war nicht immer so aufmerksam, wie er hätte sein können und war sicher nicht ganz professionell, dass Einschenken des Weins war etwas holprig und es wurde nicht immer rechtzeitig nachgeschenkt. Für meinen Geschmack war die Suppe etwas zu kalt und die Schweinelende etwas zu trocken. Das letztere könnte allerdings daran liegen, dass die Engländer beim Schwein offensichtlich auch den Hauch einer rosa Farbe verabscheuen: am Tag zuvor hatte Michael einen Schweinebraten gekocht, den Hanna und ich als perfekt empfanden, den aber Michael und die meisten Engländer offensichtlich als zu roh empfanden haben/hätten.

Besonders gut gefallen hat uns die Käseplatte mit kleinen Happen von sechs verschiedenen englischen Käsesorten, die alle exzellent waren. Und die Darreichung des Aperitifs im Wintergarten mit Blick auf die grüne Umgebung im warmen Abendlicht.

Morston Hall: Aperitif im Wintergarten

Summa Summarum ist das Restaurant wirklich einen Besuch wert (Vorbestellung ist dringend empfohlen), wenn man in der Gegend ist.

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England Tag 5: Blakeney und Holt

Donnerstag, 13. Mai 2010 | Autor: Axel

Am Mittwoch haben wir eine “Landpartie” gemacht und mit dem Auto die westliche Umgebung von Sheringham erkundet. Über die typischen engen englischen Landstraßen, die an beiden Seiten von Hecken umrahmt werden und die oft so eng sind, dass ganz präzise gelenkt werden muss, wenn sich zwei Autos begegnen, ging es zunächst nach Blakeney. In Blakeney gibt es eine ganz schöne kleine Kirche, St Nicholas.

St Nicholas Blakeney

Hinter dem auf dem Foto zu sehenden Hauptturm, der mit über 100m weithin sichtbar ist, gibt es noch einen zweiten, der den Fischern und Schiffen als Leuchtturm diente. Umgeben ist die Kirche von einem alten Friedhof mit verwitterten Grabsteinen, deren Inschriften einen manchmal zum Spekulieren Anlass geben, welches Schicksal hinter den dort begrabenen Personen zu vermuten ist.

Friedhof von St Nicholas in Blakeney

Auf der weiteren Fahrt machten wir noch einen etwas längeren Stop in Holt. Holt ist insofern interessant, als dass ein Feuer die mittelalterliche Stadt im Jahr 1708 zerstörte und sie wiederaufgebaut wurde. Das passierte im teitgemäßen Stil, so dass die Stadt heute durch ihre große Anzahl an georgianischen Gebäuden von Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts bemerkenswert ist.

Holt (norfolk)

Die Stadt scheint mittlerweile wohl bei durchaus wohlhabenden Leuten beliebt zu sein, denn auffällig ist die große Anzahl an Galerien, Antiquitätenläden und durchaus nicht billigen Boutiquen. Das hat aber vielleicht auch mit Gresham’s School zu tun, einer der führenden Privatschulen in England, die zum Beispiel Benjamin Britten als Schüler hatte.

Holt (Norfolk)

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